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Dienstag, 23. Februar 2016
Sonntag, 27. Dezember 2015
Rezension zu "Was uns bleibt ist jetzt" von Meg Wolitzer
Schwächen erst am Ende
"Was uns bleibt ist jetzt" ist mit einer Altersempfehlung von ab 14
Jahren der erste Roman speziell auch für jugendliche Leser aus der Feder
der amerikanischen Autorin Meg Wolitzer, die als Schriftstellerin
bereits mit mehreren ihrer Werke Erfolge feiern konnte.
Dienstag, 8. Dezember 2015
Rezension zu "Endgame - Die Hoffnung" von James Frey
Actionreiche Fortsetzung
„Endgame – Die Hoffnung“ ist nach „Die Auserwählten“ der zweite Band der
endzeitlichen Actionthriller-Trilogie des amerikanischen
Bestseller-Autors James Frey.
Inhaltlich schließt „Die Hoffnung“
sich unmittelbar an seinen Vorgänger an. Der Erdschlüssel ist gefunden,
doch anders als die Spieler es ursprünglich durch die Überlieferungen
ihrer Geschlechter gelernt hatten, offenbarten die keplers ihnen, dass
sie das Ereignis, das große Teile der Menschheit auslöschen würde,
dadurch überhaupt erst ausgelöst haben. Und tatsächlich zeigt sich nun
bald eine reale Bedrohung für die Erde. Ein riesiger Meteorit rast auf
den Planeten zu. Währenddessen müssen die Spieler die Entscheidung
treffen, ob sie weiterspielen oder einen Weg finden, das Ereignis doch
noch zu verhindern...
Zunächst einmal kommen die Spieler nach dem actionreichen Finale des ersten Bandes allerdings zur Ruhe. Viele kehren an vertraute Orte oder sogar nach Hause zu ihren Familien zurück, um sich zu sammeln und für die Suche nach dem Himmelsschlüssel, der zweiten von drei Etappen des Spiels, zu rüsten. Dennoch wird es auch gleich am Anfang wieder spannend. Die neun verbleibenden Spieler sind über den gesamten Globus verteilt und verfolgen, anders als im ersten Band, längst nicht mehr alle das gleiche Ziel, was zu großer Abwechslung und zahlreichen eindrucksvollen Kulissen führt.
Shari, die längst
weiß, dass sich der Himmelsschlüssel in ihrem „Besitz“ befindet,
bereitet sich und ihre Familie auf die Ankunft der anderen Spieler vor.
Alice beschließt sich auf die Seite der jungen Mutter zu schlagen. Hilal
und Baitsakhan lassen ihre schweren Wunden versorgen, Maccabee
unterstützt seinen Verbündeten dabei und sucht wie Aisling Hilfe bei der
Familie. Sarah – traumatisiert von Christophers Tod - und Jago sind als
zweites Duo unterwegs, das sich auch weiterhin mit der
Widersprüchlichkeit ihrer Gefühle füreinander und ihren Rollen als
Spieler zweier gegnerischer Geschlechter auseinandersetzen muss, und ein
bereits totgeglaubter Spieler erwacht in Gefangenschaft des Militärs.
Noch
mehr Action durch Verfolgung, Kampf und Flucht bringt eine weitere
Entwicklung der Geschichte mit sich: Das Endgame ist nicht länger geheim
– die Bergung des Erdschlüssels in Stonehenge hat die Aufmerksamkeit
der Weltbevölkerung auf das Spiel gezogen, sodass sich die Spieler nicht
länger nur bei Begegnungen untereinander in Gefahr befinden, sondern
auch das Interesse diverser Behörden geweckt haben, die sich nun an ihre
Fersen heften. Viele Gewissensfragen werden aufgeworfen, denn die
Enthüllungen der keplers bezüglich des Auslösens des die Menschheit zu
großen Teilen vernichtenden Ereignisses haben die Spieler tief
verunsichert. Während einige weiterhin fest entschlossen sind,
weiterzuspielen und so ihrem Geschlecht das Überleben durch den Sieg zu
sichern, überdenken andere die uralten Überlieferungen und schmieden
neue Pläne, um das Ereignis doch noch aufzuhalten.
Strukturell
wie sprachlich bleibt James Frey dem Stil des ersten Bandes treu. Jedes
Kapitel ist bereits überschrieben mit den dort in Erscheinung tretenden
Charakteren und schildert die Ereignisse anschließend aus ihrer Sicht.
So schlüpft der Leser abwechselnd in diverse Köpfe an die
verschiedensten Handlungsorte und ist immer mitten drin im Geschehen.
Die Sätze bleiben oft kurz, beabsichtigte Wiederholungen erzeugen
zusätzlich ein hohes Lesetempo und unterstützen durch einen
Stakkato-artigen Stil den Eindruck von Anspannung und Action. Was sich
ebenfalls wie schon im ersten Band findet, sind recht intensiv
beschriebene Kampfszenen bis hinein in die blutigsten Details, welche
die Altersempfehlung von ab 16 Jahren nachvollziehbar machen.
Trotz
Liebesgeschichte und Charakteren unterschiedlichster persönlicher
Einstellungen und Handlungsweisen prägen Stil und Sprache „Endgame“ eher
als Thriller im Bereich eines apokalyptischen Abenteuerromans und
weniger als Entwicklungsroman einzelner Hauptfiguren, was angesichts der
Anzahl von immerhin noch neun der ursprünglichen zwölf Spielern wohl
auch kaum auf dem fast gleichberechtigten Niveau zu leisten wäre. Wer
sich dessen bewusst ist, kann hier die Stärken der Trilogie sehen, die
sich durch einen ununterbrochen hohen Spannungsbogen ebenso auszeichnet
wie durch die Vielzahl der Charaktere, die Abwechslung in die Geschichte
bringen.
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Fazit: Mit Spannung und Vielfalt fesselt auch der
zweite Teil der „Endgame“-Trilogie von James Frey den Leser und Fan
actionreicher Unterhaltung an die Seiten und überzeugt mit einer
ausgeklügelten Vision des nahenden Weltuntergangs. Mich hat der Autor
ein weiteres Mal überzeugt und ich vergebe 5 von 5 Sterne.
Die Trilogie
- "Endgame - Die Auserwählten" (Okt. 2014, engl. Originaltitel: "Endgame - The Calling") - meine Rezension
- "Endgame - Die Hoffnung" (Okt. 2015, engl. Originaltitel: "Sky Key")
- ???
Allgemeine Informationen
Ausgabe: Gebunden, mit Schutzumschlag
Originaltitel: Sky Key
Erschienen: 19. Oktober 2015
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Seiten: 592 Seiten
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3789135248
Preis: € [D] 19.99
Leserpobe und weitere Informationen auf der Verlagshomepage zum Buch
und über das Website-Special
Dienstag, 27. Oktober 2015
Rezension zu "Layers" von Ursula Poznanski
Futuristische Technik trifft auf schwachen Portagonisten
„Layers“ ist der aktuelle Jugendbuch-Thriller der österreichischen
Bestseller-Autorin Ursula Poznanski, die zuletzt mit ihrer dystopischen
Eleria-Trilogie über eine in einer Eiszeit versunkenen fernen Zukunft
überzeugen konnte. Mit „Layers“ kehrt Poznanski in das Berlin der
Gegenwart zurück:
Dorian ist von zu Hause ausgerissen und schlägt
sich allein auf den Straßen Berlins durch. Als er eines Nachts in der
Unterführung, die er sich als Schlafplatz gewählt hat, mit dröhnenden
Kopfschmerzen aufwacht, liegt neben ihm eine Leiche. Dorian ist
entsetzt, denn bei dem Toten handelt es sich um den Obdachlosen Emil,
mit dem er nur Stunden zuvor Streit hatte. Ist er möglich, dass Dorian
selbst für seinen Tod verantwortlich ist? Wieso kann er sich nicht
erinnern? In dem Moment, als Dorian schon befürchtet in Zukunft als
Mörder auf der Flucht vor der Polizei untertauchen zu müssen, taucht ein
junger Mann auf, der ihn zu kennen scheint, und bietet ihm an in der
Villa eines Raoul Bornheim unterzutauchen, der sich dort um Jugendliche
in Not kümmert und ihnen mit Schulunterricht und einem Dach über dem
Kopf helfen möchte, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Verzweifelt, wie er ist, nimmt Dorian das Angebot an und findet in der
Villa tatsächlich Hilfe. Die kleineren Aufträge, die er dafür für
Bornheim erledigen soll, erscheinen ihm zwar merkwürdig, doch um die
Sicherheit der Villa nicht zu verlieren, stellt Dorian keine Frage – bis
er eines Tages bei einem solchen Auftrag einen Fehler macht und von
diesem Augenblick an von seinen vermeintlichen Rettern gnadenlos gejagt
wird…Zunächst hat mir die Idee von „Layers“ wirklich sehr gut gefallen. Die Entwicklung der Handlung funktionierte trotz oder gerade wegen der großen Einschnitte in Form des plötzlichen Mordes, für den der Protagonist Dorian möglicherweise verantwortlich ist, und der unerwarteten Hilfe eines wohltätigen Fremden. Die Ungewissheit über Dorians Rolle beim Todesfall des Obdachlosen Emil erzeugten Spannung und die scheinbar so heile Welt in der Villa des sympathischen Bornheims weckt im Protagonisten wie im Leser gleichermaßen ein mulmiges Gefühl. Ist das nicht alles schon zu gut um wahr zu sein? Die Autorin versteht es hervorragend, alle Beteiligten im Unklaren zu lassen und dem Leser immer wieder zu neuen Fantasien bezüglich der Villa und der Absichten ihres Betreibers anzuregen, lange bevor sie ihren Protagonisten den Rätseln auf die Spur kommen lässt.
Das Geheimnis, auf das Dorian stoßen wird und das ihn in große Gefahr bringt, mutet im ersten Moment zwar sehr futuristisch an, zeigt aber durchaus sehr realitätsnahe Bezüge und zog mich als Leser durch die Vorstellung bereits heutiger technischer Machbarkeiten in seinen Bann – genaueres soll an dieser Stelle nicht verraten werden.
Leider verlor der Thriller dann gerade im Mittelteil, als die Gefahr für Dorian immer greifbarer wurde und wilde Jagdszenen das Geschehen bestimmten, zunehmend an Spannung.
Dies lag für mich zum einen am Protagonisten Dorian selbst. Er entwickelte sich in beeindruckender Geschwindigkeit vom problematischen Jugendlichen, der sich noch vor Kurzem auf der Straße durchgeschlagen hatte, zu einem recht nervigen Naivling, der sich zu oft von den gleichen Tricks täuschen lässt und kaum dazu lernt. Stattdessen werden seine immer gleichen Reaktionen dem Leser mit sich stark ähnelnden Formulierungen jedes Mal aufs Neue erklärt, was bei mir allerdings mit der Zeit Langeweile und schwindendes Verständnis hervorrief.
Zum anderen kommt „Layers“ ab einem bestimmten Punkt in seiner Handlung leider auch nur noch schleppend voran. Das Auf-der-Stelle-treten des Protagonisten lähmt letztendlich auch die Erzählung im Ganzen. Dorian irrt zu lange zu ziel- und planlos durch die Gegend und wendet die gleichen Strategien wiederholt an, bevor es zu einer – in der Regel leider von außen herbeigeführten – Veränderung seines Verhaltens kommt. Dadurch wirkt der Hauptcharakter zunehmend blasser und entwickelt zu wenige eigene Ideen und Taktiken, um noch interessant zu wirken.
Die Längen im Mittelteil, die sich auch ganz konkret durch viele mit Wiederholungen ähnlicher Szenarien gefüllte Seiten ausdrücken, lösten sich erst am Ende, in Form eines großen, bildgewaltigen Showdowns, bei dem es Dorian zwar wiederrum nicht gelingt, sich als starker, entwicklungsfähiger Charakter zu zeigen, die Autorin jedoch mit Wendungen aufwarten kann, die noch einmal zu überraschen wissen und Dorians Schwäche mit einbinden.
Leider täuschte der stärkere Schluss nicht darüber hinweg, dass ich am Ende nicht ganz glücklich mit der Gewichtung der einzelnen Teile der Geschichte bin. Dorian zu verstehen fiel mir unter anderem auch deswegen so schwer, weil ich eine während seiner Flucht fast übermächtig präsente Liebesgeschichte in ihrer Entstehung während Dorians Zeit in der Villa als nicht annähernd so dominant oder wichtig für den Protagonisten wahrgenommen habe. Hier wären vielleicht zu Beginn der Geschichte einige Seiten mehr sinnvoll gewesen, um mir das Mädchen seiner Träume und seine Gefühle für sie näher zu bringen, da es hinterher doch genau diese sein werden, die fast jeden Schritt seines Handelns bestimmen.
Fazit: „Layers“ von Ursula Poznanski ist ein Thriller, der mich am Anfang durch seine Rätsel in den Bann zog, danach aber leider durch Wiederholungen an Spannung verlor und mich mit einem recht naiven Protagonisten langweilte. Erst am Ende konnte mich die Geschichte noch einmal mitreißen, doch die Längen konnte es nicht ausbügeln. Besonders Fans der virtuellen Welt und technischer Möglichkeiten können mit „Layers“ jedoch auf ihre Kosten kommen, wenn sie sich von einer hin und wieder auf der Stelle tretenden Handlung nicht abschrecken lassen. Ich bewerte „Layers“ als durchschnittliches Lesevergnügen mit Höhen und Tiefen mit drei Sternen.
Allgemeine Informationen
Ausgabe: Klappenbroschur
Erschienen: 17. August 2015
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Seiten: 448 Seiten
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-8230-5
Preis: € [D] 14.95
Leseprobe und weitere Informationen auf der Verlagshomepage
Sonntag, 4. Oktober 2015
Kochbuch-Rezension zu "Craft Beer Kochbuch" von Stevan Paul, Torsten Goffin und Daniela Haug
Bier im und zum Essen
Das
"Craft Beer Kochbuch" von Stevan Paul (Rezepte), Torsten Goffin (Texte)
und Daniela Haug (Fotos) ist eine gelungende Verbindung zwischen
klassischen Sach- und Kochbuch, das seinem Leser den aktuellen Trend der
"Craft" Biere, der "handwerklichen" Biere aus - vergleichsweise
kleinen, mitunter sehr spezialisierten - Brauereien näher bringt.
Samstag, 3. Oktober 2015
Rezension zu "Schimmert die Nacht" von Maggie Stiefvater
Spin-Off mit ganz besonderen Protagonisten
Fortsetzungen oder Spin-Offs von an sich abgeschlossenen Reihen lösen in
mir in der Regel keine Begeisterungsstürme aus - irgendwann muss die
durch den Autoren vorgegebene Geschichte enden und das weitere Leben der
Figuren der Fantasie des Lesers übergeben werden, sonst droht die
Gefahr mit der Handlung immer weiter abzudriften und entweder in
Belanglosigkeiten oder Absurditäten zu versinken bis selbst der größte
Fan seinen geliebten Charakteren nichts mehr abgewinnen kann.
Einen
solchen Weg sah ich nun möglicherweise auch eine meiner
Lieblingsreihen, die Mercy-Falls-Trilogie der wortgewandten
US-amerikanischen Autorin Maggie Stiefvater, einschlagen, als sich
"Schimmert die Nacht" ankündigte - ein Spin-Off über die Protagonisten
Cole und Isabel, die ab dem zweiten Band "Ruht die Licht" neben Sam und
Grace bereits in der ursprünglichen Büchern als Ich-Erzähler aufgetreten
waren. Zwar blieb ihre parallel verlaufende Liebesgeschichte am Ende
der Trilogie offen, doch die Werwolf-Problematik, die den
Contemporary-Fantasy-Kern der Handlung ausgemacht hatte, war an sich
abgeschlossen. Gab es dort also tatsächlich noch Stoff für ein Spin-Off
oder würde "Schimmert die Nacht" mir das Ende meiner geliebten Trilogie
nachträglich verderben? Sehr skeptisch habe ich dennoch nach längerem
Zögern zu lesen begonnen - ganz und gar ignorieren konnte ich ein
Maggie-Stiefvater-Werk dann doch nicht - und folgende Geschichte
vorgefunden...
Inhalt: Cole St. Clair kehrt dem Anwesen in Minnesota den
Rücken. Ein Internet-TV-Sender, möchte in Los Angeles eine Reality-Show
mit ihm produzieren und er fühlt sich nach all der Zeit bereit wieder in
die Rolle des Ex-NARKOTIKA-Leadsängers und Keyboarders zu schlüpfen und
mit neuer Band ein neues Album aufzunehmen. Doch insgeheim führen Cole
noch andere Pläne nach L.A.: Isabel Culpeper lebt dort mit ihrer Mutter
und Cole möchte sie zurückgewinnen. Isabel ist allerdings weniger
begeistert, als er plötzlich vor ihr steht. Sie hat ein neues Leben
begonnen und fürchtet, dass Coles neu erwachtet Rockstar-Leben ihn
wieder in den Sumpf aus Alkohol und Drogen zieht, der für ihn damals bei
den Wölfen in Mercy Falls geendet hatte....
Donnerstag, 1. Oktober 2015
Kochbuch-Rezension zu "Vom Glück, gemeinsam zu essen" von Leo und Karl Wrenkh
abwechslungsreich, exotisch, farbenfroh
In "Vom Glück, gemeinsam zu essen - Aufgetischt für jeden
Ernährungsstil" präsentieren die Brüder Leo und Karl Wrenkh ein
ungewöhnliches Konzept zum Kochen für Gäste. Die Wiener Gastronomensöhne
und Köche präsentieren auf 176 Seiten rund 70 Rezepte, die nicht in
klassische Kategorie sondern in 14 "Tische" unterteilt sind. Jeweils
drei bis fünf herzhafte und in der Regel eine süße Komponente ergeben
einen solchen Tisch, bei dem alle Gerichte zeitgleich serviert und dem
Gastgeber so die Möglichkeit geben sollen, die Zeit mit seinen Gästen zu
verbringen, statt zwischenzeitlich in der Küche verschwinden und für
Nachschub sorgen zu müssen.
Die Umsetzung dieser Grundidee
überzeugte auf den ersten schnellen Blick - nicht nur schienen die 14
Tische abwechslungsreich zu sein, auch die Auslegung der Rezepte für
jeweils eine Person und eine vorab angegebene Umrechentabelle zur
Vervielfältigung der Menge entsprechend der erwarteten Gästezahl passten
ebenso zum Konzept wie eine vor jedem "Tisch" durchnummerierte
Checkliste zur entspannten parallelen Vorbereitung des Essen. Allerdings
ließen sich nicht alle Rezepte mit dem Wunsch, alle Speisen
gleichzeitig zu servieren, vereinbaren. Macht es beispielsweise Sinn,
das "warme Schokoladentörtchen" oder das "Dattel-Joghurt-Eis" auf den
Tisch zu bringen, wenn vorab noch der Verzehr der herzhaften Speisen
ansteht, während die Raumtemperatur ihnen die gewünschten Eigenschaften
raubt? Zumindest bei einigen Rezepten wird die Grundidee daher nicht
konsequent verfolgt und eine kurze Abwesenheit des Gastgebers zugunsten
des kulinarischen Genusses scheint unabdingbar.
Daneben versprach
das Kochbuch außerdem, Gäste mit unterschiedlichen Essgewohnheiten
durch die vorgestellten Rezepte mit entsprechender Kennzeichnung und
alternativen Varianten problemlos zum gemeinsamen Essen an einen Tisch
zu bekommen - egal ob vegan, vegetarisch, laktose- oder glutenfrei, für
jeden sollte etwas dabei sein.
Allerdings machte sich hierbei schnell
die erste Ernüchterung breit. Zwar ist die piktografische Markierung
durch farbige Symbole gelungen, doch die Anmerkungen zu beispielsweise
veganen Varianten waren selten und in der Regel nicht besonders
überraschend - sie gehen über Vorschläge "veganen Joghurt" oder "Zucker
statt Honig" zu verwenden kaum hinaus. So bleibt trotz der
ambitionierten Ankündigung, "Vegetarier, Fleischesser und Veganer an
einen Tisch" zu bekommen, das altbekannte Problem auch bei den
vorgeschlagenen Menüs dieses Kochbuchs erhalten: Die veganen oder
vegetarischen Gäste müssen sich mit weniger Komponenten begnügen als die
übrigen - oder der Gastgeber ergänzt durch eigene Rezepte. Da wären
ein, zwei rein vegane/glutenfreie Tische zusätzlich wohl zielführender
gewesen.
Stattdessen gliedern sich die Tische thematisch nach
Jahreszeiten, Anlässen ("Sonntag", "Picknick"), Spezialitäten wie die
französische Pizzavariante "Pissaladière" oder die japanische Nudel
"Soba" und internationalen Länderküchen ("Kuba", "Israel", "Sri Lanka").
Alles in Allem zeigt sich hier eine Vorliebe zur Exotik, die das
Kochbuch auf der einen Seite sehr abwechslungsreich aufgrund seiner
zahlreichen kulinarischen Einflüsse macht, auf der anderen Seite aber
bereits beim Durchblättern gelegentlich den Wunsch nach
regional-mitteleuropäischen/-österreichischen Komponenten weckte. Trotz
ihrer internationalen Vielfalt bleiben die Gerichte allerdings recht
bodenständig, Vertreter einer eher filigranen, feinen Küche sind nicht
zu finden.
Optisch kommt "Vom Glück, gemeinsam zu essen" in
moderner, matter Gestaltung mit gleich zwei praktischen Lesebändchen als
hochwertiges Hardcover daher. Hübsch arrangierte und farbenfrohe Fotos
zu jedem Tisch und jedem Rezept, ergänzt durch Landschafts- und
Personenaufnahmen, zeigen eine ausgeprägte Liebe zum Detail. Vor jedem
"Tisch" erklärt ein einleitender Text die jeweilige Zusammenstellung,
wobei mehr informative Worte und weniger persönliche Anekdoten
wünschenswert gewesen wären.
Fazit: "Vom Glück, gemeinsam zu
essen" verfolgt mit der Zusammenstellung von "Tischen" anstelle einer
klassischen Menüabfolge ein interessantes Konzept, das weitestgehend als
gelungen bezeichnet werden kann, auch wenn zwischen Werbetext und
Wirklichkeit leichte Abstriche gemacht werden müssen.
Experimentierfreudige Hobbyköche, die exotischen Gerichten gegenüber
aufgeschlossen sind und es eher bodenständig als fein mögen, werden an
diesem modern gestalteten Kochbuch vermutlich ihre Freude haben. Denn
(und damit das wichtigste zum Schluss) alle bisher nachgekochten Rezepte
konnten geschmacklich überzeugen. 4 Sterne
Allgemeine Informationen
Ausgabe: Gebunden
Erschienen: 31 August 2015
Seiten: 208
Rezepte: ca. 70
Verlag: Brandstätter Verlag
ISBN: 978-3-85033-940-7
Preis: € [D] 29.90
Weitere Informationen und ein Blick ins Buch auf der Verlagshomepage.
Mittwoch, 23. September 2015
Rezension zu "Am Ende der Welt traf ich Noah" von Irmgard Kramer
Ungewöhnlich, seltsam und sehr spannend
"Am Ende der Welt fand ich Noah" ist ein Jugendroman der
österreichischen Autorin Irmgard Kramer, der seine Leser mit einer
ungewöhnlichen Liebesgeschichte in ihren Bann zieht...
Als sich
der Ich-Erzählerin Marlene eine Möglichkeit bietet, aus ihrem Leben zu
entfliehen und ein Abenteuer zu beginnen, ergreift sie diese. Ein roter
Koffer, der herrenlos herumsteht, erregt ihre Aufmerksamkeit und als ein
Fahrer auftaucht, der die Besitzerin abholen will, gibt sie sich ohne
lange Nachzudenken als Irina Pawlowa aus und lässt sich zu einer einsam
gelegenen alten Villa fahren. In dieser Abgeschiedenheit lebt Noah, ein
Junge, der diesen Ort aufgrund einer unerklärlichen Krankheit nicht
verlassen kann und seine Zeit daher einzig mit drei Menschen verbringt:
Der Nonne Schwester Fidelis, dem Koch Anselm und dem Gärtner Viktor.
Während sich Marlene in Noah verliebt, kommt ihr einiges, was sich auf
dem weitläufigen Gelände abspielt, immer rätselhafter vor...
Die
Geschichte beginnt mit Marlenes Griff nach dem roten Koffer und ihrer
schnellen Entscheidung, sich als Irina auszugeben, bereits reichlich
ungewöhnlich - was denkt sich das junge Mädchen nur bei dieser
waghalsigen Aktion, ohne das Wissen irgendeines anderen Menschen in ein
Auto zu steigen und sich an einen unbekannten Ort fahren zu lassen? Sie
schlägt Warnungen so leichtfertig in den Wind und hält ihre Tarnung
entgegen aller Logik auch dann noch aufrecht, als bei mir als Leser
bereits alle Alarmglocken schrillten. Doch schnell war auch ich von der
geheimnisvollen Personenkonstellation und vor allem vom verschlossenen
Noah in deren Zentrum so in den Bann gezogen, dass ich wie Marlene
bereit war, so manche seltsame und kaum nachvollziehbare Entwicklung
hinzunehmen, um nach und nach dem Geheimnissen in der alten Villa auf
die Spur zu kommen.
Als sich dann noch die zarte Liebesgeschichte
zwischen Noah und Marlene entfaltete, war ich längst Feuer und Flamme
für den Roman und konnte ihn vor lauter Spannung kaum aus der Hand
legen. Neben dieser Beziehung lebt der Roman vor allem von der
Atmosphäre der abgeschiedenen Villa umgeben von Wald, Bergen und Seen -
eine einsame Gegend, die, so weit entfernt von jeder Zivilisation, trotz
aller Schönheit der Natur schon bald auch bedrohliche Seiten erahnen
ließ.
Der Mythos dieses altertümlichen Hauses zwischen Verfallserscheinungen und Leerstand mit nur einer Handvoll Leuten auf einem zu großen Gelände spielt für die Stimmung der Geschichte eine große Rolle und zeigt, wie liebevoll detailliert die Autorin hier die intensiven emotionalen Gesichtspunkte der Handlung mit dem stimmungsvollen Ambiente der Umgebung verbindet. Zusammen mit dem sehr gelungenen Schreibstil beweist Irmgard Kramer ein außerordentlichen Gespür dafür, den Leser durch die von ihr geschaffene Welt zu verzaubern und ihn so tief in die Geschichte hineinzuziehen, dass er die reale Welt für einen Moment vergisst und sich voll und ganz auf die ungewöhnlichen Charaktere einlässt. Das hat mich sehr begeistert.
Der Mythos dieses altertümlichen Hauses zwischen Verfallserscheinungen und Leerstand mit nur einer Handvoll Leuten auf einem zu großen Gelände spielt für die Stimmung der Geschichte eine große Rolle und zeigt, wie liebevoll detailliert die Autorin hier die intensiven emotionalen Gesichtspunkte der Handlung mit dem stimmungsvollen Ambiente der Umgebung verbindet. Zusammen mit dem sehr gelungenen Schreibstil beweist Irmgard Kramer ein außerordentlichen Gespür dafür, den Leser durch die von ihr geschaffene Welt zu verzaubern und ihn so tief in die Geschichte hineinzuziehen, dass er die reale Welt für einen Moment vergisst und sich voll und ganz auf die ungewöhnlichen Charaktere einlässt. Das hat mich sehr begeistert.
Mein
einziger Kritikpunkt richtet sich an das Ende der Geschichte und das,
obwohl gerade dieses auch ein riesiges Lob verdient. Hier überrascht die
Autorin mit einem immer wirrer anmutendem Roadtrip, der in einer
plötzlichen Wendung gipfelt, welche den gesamten Inhalt des Romans bis
zu diesem Punkt um hundertachtzig Grad dreht, alles in Frage stellt und
mich als Leserin mit ungeahnten Rätseln konfrontierte. Zwar war es
zunächst spannend und gleichzeitig herausfordernd, die abrupt
auftauchenden neuen Aspekte aus dem Leben der Ich-Erzählerin mit der
vorangegangenen Handlung und den Charakteren gedanklich in Einklang zu
bringen, und rückblickend ließ es mich in einigen zunächst verrückt
wirkenden Details eine starke Symbolik erkennen, doch spätestens die
letzten Seiten des Romans präsentierten mir eine neue "Wirklichkeit",
die mich noch lange nach dem Schließen der Buchdeckel zwang, mich mit
der Frage nach Illusion und Wahrheit zu beschäftigen.
Kann ich
das Ende mit der Entwicklung der Geschichte und meiner eigenen
Vorstellungskraft, meiner eigenen Idee von dem, was möglich ist, in
Einklang bringen? Führt mich die Autorin hier erneut aufs Glatteis? Was
ist echt, was nicht? Ich kann nur sicher sagen, dass ich auch mehrere
Wochen nach dem Lesen zu keinem endgültigen Ergebnis gekommen bin.
Insofern kann ich ohne Zweifel feststellen, dass dieser Roman sehr
speziell ist und eine Tiefe besitzt, die Jugendliche wie Erwachsene
gedanklich lange beschäftigen kann, doch obwohl ich die Wendungen dieser
Geschichte nahezu genial finde, bleibt in ähnlich starker Ausprägung
das Gefühl zurück, dass mir das Ende ein wenig zu plötzlich vor die Füße
gefallen ist, als dass ich es in vollem Umfang akzeptieren könnte -
weder "einfach so" noch nach langem Grübeln.
Fazit: "Am Ende der Welt traf ich Noah" ist ein Roman, der Jugendliche wie Erwachsene in seinen Bann ziehen kann und noch lange Stoff zum Nachdenken zurücklässt. So begeistert ich allerdings zunächst von der Atmosphäre und den Charakteren dieses Buches war, ganz am Ende habe ich ein wenig den Zugang zur Geschichte verloren. Daher vergebe ich trotz außergewöhnlich intensiver Gefühle, die ich mit Irmgard Kramers Werk verbinde, "nur" sehr gute 4 Sterne statt der vollen Punktzahl. Lesenswert ist es allemal.
Allgemeine Informationen
Ausgabe: Gebunden, mit Schutzumschlag
Erschienen: 27. Juli 2015
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Seiten: 352 Seiten
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3785581278
Preis: € [D] 17.95
Leserpobe und weitere Informationen auf der Verlagshomepage zum Buch
Montag, 21. September 2015
Rezension zu "Young World - Die Clans von New York" von Chris Weitz
Postapokalyptische Teenager-Welt
"Young World - Die Clans von New York" ist der Debütroman des
US-amerikanischen Drehbuchautoren, Produzenten und Regisseurs Chris
Weitz, der sich unter anderem für die Verfilmung des zweiten
"Twilight"-Bandes, "New Moon", verantwortlich zeichnet. Mit diesem
Auftakt einer Trilogie, der vom Verlag ab einem Alter von 14 Jahren
empfohlen wird, widmet sich Weitz einem postapokalyptischen Szenario vor
der beeindruckenden Kulisse eines im Chaos versunkenen New Yorks.
Der
Roman beginnt recht gut: Der Leser ist bei einem Zusammentreffen des
Washington-Sqaure-Clans mit Besuchern eines anderen Clans vor seinen
Toren - gefolgt von einer spannenden, beunruhigenden Auseinandersetzung -
mitten im Geschehen und bekommt dadurch direkt einen Eindruck von der
Struktur dieser postapokalyptischen Welt, die nur noch aus Teenager
besteht, von den Sorgen und Nöten des Clans und von den Gefahren, die
außerhalb ihres abgeschotteten Territoriums lauern. Auf diesen ersten
Seiten schafft der Autor außerdem bereits erste emotionale Höhen und
Tiefen, welche die Charaktere zugänglich machen. Leider kann Weitz
dieses Niveau nicht halten.
Die erste Schwäche offenbart sich
nach einigen Kapiteln bereits im Schreibstil beziehungsweise in den
unterschiedlichen Sprachstilen, die der Autor den beiden Hauptfiguren
und Ich-Erzählern zugedacht hat. Zunächst funktionierte diese
Unterteilung recht gut und unterstützte die ersten Eindrücke von
Jefferson - gutaussehender, gebildeter Dann-und-Wann-Nerd und Anführer
des Washington-Square-Clans - und Donna - sarkastisches, locker,
gelegentlich leicht wirr daher redendes Power-Mädchen, das immer einen
Spruch auf den Lippen hat und die Apokalypse "Poky" nennt. Zu Anfang
gelingt der Versuch, die beiden Persönlichkeiten auch durch ihre
unterschiedliche Sprache authentisch darzustellen, doch im Laufe der
Geschichte scheint dieses Anliegen in Vergessenheit zu geraten - zu oft
erzählten Jefferson und Donna ähnlich neutral, sodass sie ein einziger
unabhängiger Erzähler hätten sein können, wären da nicht die
Ich-Perspektive und die für jeden der beiden charakteristische
Schriftart gewesen, die zumindest optisch noch erkennen ließ, wer im
aktuellen Kapitel am Zug war, wenn es dank sprachlichem Einheitsbrei
längst nicht mehr möglich war.
Neben Donna und Jefferson
konzentriert sich die Handlung auf drei weitere Mitglieder des Clans,
die zusammen mit den beiden aufbrechen, um sich auf die Suche nach
Forschungsergebnissen zu machen, die ihnen möglicherweise bei der
Heilung der Krankheit helfen könnten. Alle Intelligenz der kleinen
Truppe konzentriert sich dabei in einer Figur, genannt Brainbox.
Jeffersons Freund ist ein Genie mit eingeschränkten sozialen
Kompetenzen, der mit einer gewissen Undurchsichtigkeit zu einem
interessanten Charakter mit Konfliktpotenzial getaugt hätte, hätten die
Ich-Erzähler sich gelegentlich die Zeit genommen, ihn genauer zu
durchdenken und ihn somit mehr ins Blickfeld des Lesers zu bringen.
Stattdessen sind die beiden im Wesentlichen auf sich selbst fokussiert.
Während bei Donna durch ihre Erinnerungen an ihren kleinen Bruder
Charlie noch ein gewisser Zugang auf menschlicher Ebene möglich ist,
wird Jefferson zunehmend unsympathischer, schwankt zwischen plumpem
Macho und bettelndem Weichei und entwickelt sich eher zum kaltblütigen
Mann fürs Grobe als zu einem überzeugenden Anführer. Das ausgerechnet er
und Donna für eine Liebesgeschichte, angefacht seit Kindergartentagen,
herhalten müssen, wirkt an den Haaren herbeigezogen, denn zumindest ich
konnte zwischen den beiden Protagonisten nichts Verbindendes oder gar
Romantisches ausmachen.
Aufgefüllt wird die Reisegruppe von der
kleinen Geheimwaffe SeeThrough, die in meinen Augen ihr Potenzial
ähnlich wie Brainbox nicht entfalten konnte, und Peter, einem Freund von
Donna, der mehr oder weniger grundlos Teil der Gemeinschaft wird und
derart unwichtig war, dass ich in dem sehr christlichen, homosexuellen
Afroamerikaner leider nicht mehr entdecken konnte als die Erfüllung
einer religiösen, sexuellen und ethnischen Quote - alles vereint in
einer Figur, die, wenn sie denn überhaupt mal in Erscheinung tritt,
maximal nervt.
Die Handlung entwickelt sich derweilen zu einer
Aneinanderreihung von Etappen, deren Verbindung nicht gelingen will. Es
scheint als wollte der Autor möglichst viele unterschiedliche
Gesellschaftsmodelle darstellen, die in einer postapokalyptischen Welt
dankbar wären. So reiht sich ein Clan an den nächsten, für ein
Jugendbuch sehr blutige Kämpfe werden ausgefochten, Gegner aufgebaut und
Verbündete eingeflochten, doch nichts scheint am Ende noch Relevanz zu
haben. Es bleibt abzuwarten, ob sich all diese Fäden noch einmal in den
folgenden beiden Teilen der Trilogie aufnehmen lassen oder ob jede
dieser Etappen tatsächlich so unabgeschlossen abhackt verbleiben wird.
Ich jedenfalls konnte keine fortlaufende Handlung erkennen.
Zu
guter Letzt ergänzen weitere Kleinigkeiten den eher unrunden
Gesamteindruck dieses Romans. Warum die Seuche im Harry-Potter-Stil
"Das, was passiert ist" genannt wurde, erschloss sich mir genauso wenig,
wie einige beschriebene Szenerien, darunter zum Teil auch das von
Waffen und Blut dominierte Zusammenleben der Clans, die ich für die
postapokalyptische Grundidee einer tödlichen Krankheit, die in
absehbarer Zeit die gesamte Menschheit dahingerafft haben würde, nicht
authentisch fand. Zwar versucht der Autor Erklärungen zu präsentieren,
aber richtig glaubwürdig wurde die gesamte Konstruktion für mich nicht,
sodass ich auch zu der Atmosphäre der "jungen Welt" keinen rechten
Zugang finden konnte.
Fazit: Leider enttäuschte mich "Young World
- Die Clans von New York" nach den ersten starken Seiten zunehmend. Die
Hauptcharaktere sind profillos und unsympathisch, ihre Begleiter
bleiben zu blass, die Idee scheint zu unausgereift und die Handlung zu
unzusammenhängend. Am Ende kann ich diesem blutigen Trilogie-Auftakt
nicht viel abgewinnen und vergebe nur 2 von 5 Sternen - für die
Folgebände bleibt viel Luft nach oben.
Die Trilogie
- "Young World - Die Clans von New York" (Sep. 2015, engl. Originaltitel: "The Young World")
- ??? (engl. Originaltitel: "The New Order")
- ???
Allgemeine Informationen
Ausgabe: Gebunden, mit Schutzumschlag
Originaltitel: The Young World
Erschienen: 22. September 2015
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Seiten: 384 Seiten
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423761215
Preis: € [D] 18.95
Leserpobe und weitere Informationen auf der Verlagshomepage zum Buch
und über das Website-Spezial
Montag, 1. Dezember 2014
Kochbuch-Rezension zu "Peace Food - Vegano Italiano: Das Kochbuch" von Ruediger Dahlke
Italienisch und vegan - eine durchwachsene Umsetzung
„Peace Food – Vegano Italiano: Das Kochbuch“ von
Ruediger Dahlke ist ein Kochbuch, das mir aufgrund meiner Vorliebe für
die italienische Küche aufgefallen ist und mir – so zumindest meine
Intention – als Nicht-Veganerin die Möglichkeit geben sollte,
überzeugende Rezepte zu finden, die auf den Einsatz tierischer Produkte
vollständig verzichtet.
Dienstag, 4. November 2014
Rezension zu "Indigo - Das Erwachen" von Jordan Dane
Gelungener Auftakt einer Urban-Fantasy-Reihe
„Indigo – Das Erwachen“ von Jordan Dane ist der Auftakt einer
Jugendbuch-Fantasy-Reihe, der durch sein zum Titel passendes strahlend
blaues Cover direkt ins Auge springt.
Inhaltlich geht es um
Folgendes: Rayne Darbys jüngerer Bruder Lucas flieht aus der
psychiatrischen Einrichtung, in die ihre ältere Schwester Mia ihn nach
dem Tod der Eltern einwiesen ließ. Rayne beschließt ihn zu suchen, doch
das ist alles andere als ungefährlich, denn eine zweifelhafte Sekte, die
Church of Spiritual Freedom, sucht ebenfalls nach Lucas und schreckt
vor nichts zurück. Als Rayne in Gefahr gerät, ist es ein Junge namens
Gabe, der sie rettet – indem er in blaue Flammen aufgeht. Es scheint
eine Verbindung zu ihrem Bruder zu geben…
Die Grundidee der Romans empfand ich von vornherein als überzeugend. Die Autorin verbindet in „Indigo“ Fantasy mit der Idee einer evolutionären Weiterentwicklung der Menschheit, die sich in paranormalen Fähigkeiten von Gedankenmanipulation bis hin zum Kontakt ins Totenreich äußert. Die Verbindung gelingt Jordan Dane recht gut, die Umsetzung der ungewöhnlichen Idee funktioniert durch sehr bildhafte, gut vorstellbare Beschreibungen und einem Aufbau, der zwar noch einige Details im Ungewissen lässt, die Entwicklung der einzelnen Gruppierungen sowie die Herkunft der sogenannten Indigo-Kinder aber Stück für Stück logisch und glaubhaft erklären kann und dem Roman damit ein solides Grundgerüst verschafft.
Die Grundidee der Romans empfand ich von vornherein als überzeugend. Die Autorin verbindet in „Indigo“ Fantasy mit der Idee einer evolutionären Weiterentwicklung der Menschheit, die sich in paranormalen Fähigkeiten von Gedankenmanipulation bis hin zum Kontakt ins Totenreich äußert. Die Verbindung gelingt Jordan Dane recht gut, die Umsetzung der ungewöhnlichen Idee funktioniert durch sehr bildhafte, gut vorstellbare Beschreibungen und einem Aufbau, der zwar noch einige Details im Ungewissen lässt, die Entwicklung der einzelnen Gruppierungen sowie die Herkunft der sogenannten Indigo-Kinder aber Stück für Stück logisch und glaubhaft erklären kann und dem Roman damit ein solides Grundgerüst verschafft.
Sonntag, 2. November 2014
Rezension zu "Endgame - Die Auserwählten" von James Frey
Spannender Endzeit-Thriller
„Endgame – Die Auserwählten“ von James Frey ist mehr als nur der
Reihenauftakt zu einer neuen apokalyptischen Trilogie, die mit einer
Altersempfehlung ab 16 Jahren nicht mehr als klassisches Jugendbuch
sondern in das neu gewachsene Genre der All-Age-Literatur einzuordnen
ist. Darüber hinaus ist es angelegt als multimediales Großereignis,
bestehend aus einer geplanten Verfilmung, für alle Figuren angelegte
Profile in sozialen Netzwerken, Events in diversen Städten, einem
Augmented-Reality-Game und nicht zuletzt einem im Roman versteckten
Kryptorätsel, bei dessen Lösung ein Gewinn von 500 000 US-Dollar in Gold
winkt. Dementsprechend groß wurde die Veröffentlichung von „Endgame“,
in 30 Ländern weltweit am gleichen Tag, auch beworben, was einen
gewissen Hype um das Buch auslöste.
Nichtsdestotrotz sehe ich das
Kryptorätsel und all die interaktiven Zusätze in erster Linie als
Erweiterungen zum Lesen, welche die Geschichte selbst aber nicht mehr
oder weniger lesenswert machen sollten. Daher habe ich mich auch in
erster Linie von der inhaltlichen Beschreibung dieses, wie ich es
bezeichnen würde, endzeitlichen Action-Thrillers zum Kauf verleiten
lassen und mich beim Lesen zunächst nur auf die Geschichte konzentriert –
wie bei jedem anderen Roman auch – und mich nicht von der Suche nach
kryptischen Hinweisen ablenken lassen.Und darum geht es inhaltlich: 12 Meteoriten schlagen auf der Erde ein, an den Wohnorten von 12 ganz bestimmten Menschen – den aktuellen Spielern der 12 Geschlechter, in die sich die gesamte Erdbevölkerung unterteilt. Seit Jahrtausenden haben die Eingeweihten der Geschlechter auf dieses Ereignis gewartet und ihre Spieler dafür trainiert. Endgame hat begonnen. Jetzt müssen die Spieler aufbrechen und sich einem Wettkampf auf Leben und Tod rund um den Globus stellen. Nur einer kann gewinnen und so das Überleben seines ganzen Geschlechts sichern….
Sonntag, 26. Oktober 2014
Rezension zu "Wen der Rabe ruft" von Maggie Stiefvater
Maggie Stiefvater sorgt für Gänsehaut
„Wen der Rabe ruft“ von Maggie Stiefvater ist der Auftakt einer neuen
Urban-Fantasy-Reihe, die wie schon die vorangegangenen Bücher der
amerikanischen Erfolgsautorin im Bereich der All-Age-Literatur
anzusiedeln ist und vom Verlag ab 16 Jahren empfohlen wird. Stiefvater
begibt sich mit diesem auf insgesamt vier Bände ausgelegten Mehrteiler
in den Bereich des Paranormalen: Wahrsager, Geister und alte Energien
tief unter der Erde sorgen für Gänsehaut…Kurz zum Inhalt: Blue ist die Tochter einer Wahrsagerin und hilft jedes Jahr in einer Aprilnacht ihrer Familie dabei, die Seelen der Menschen zu begrüßen, die bald sterben werden, obwohl sie selbst nicht über die Gabe verfügt, Geister zu sehen. Doch in diesem Jahr sieht Blue einen einzigen: Den Geist eines Jungen namens Gansey. Bedeutet das, dass sie für den Tod dieses Unbekannten verantwortlich sein wird? Immerhin lebt sie seit ihrer frühesten Kindheit mit einer Prophezeiung: Wenn sie ihre wahre Liebe küsst, wird dieser Junge sterben.
In der gleichen Stadt suchen vier Jungen nach einem alten Energiepfade, einer Ley-Linie, an der einer Legende nach Glendower, ein mächtiger walisischer König, begraben liegen und auf seine Erweckung warten soll. Einer dieser Jungen ist Gansey…
Mittwoch, 22. Oktober 2014
Rezension zu "Er ist wieder da" von Timur Vermes (Hörbuch)
Genialer Sprecher in gelungener Satire
Der Debütroman des Journalisten Timur Vermes wurde in Deutschland zum
Bestseller. Die originelle Idee, Adolf Hitler in heutiger Zeit wie nach
einer Zeitreise erwachen zu lassen, hat auch mich neugierig gemacht und
ließ mich zum von Christoph Maria Herbst gelesenen Hörbuch greifen.
Zum Inhalt: Im Sommer 2011 erwacht Adolf Hitler, gerade noch seinem Ende im Führerbunker entgegenblickend, in Berlin. Der Krieg ist offensichtlich zu Ende und auch sonst scheint sich in Deutschland einiges verändert zu haben. Hitler beschließt in dieser Welt, die ihn unverständlicher Weise für einen Doppelgänger seiner selbst hält und ausgesprochen komisch findet, erneut die Macht zu ergreifen. Und so landet Hitler beim Fernsehen – als neuer Star einer Comedy-Show…
Die Handlung beginnt ohne große Umschweife. Hitler erwacht in Berlin, er ist wieder da, 2011. Warum weiß der Leser nicht und auch der Ich-Erzähler Adolf Hitler persönlich hat keine Ahnung, was ihn plötzlich 66 Jahre in die Zukunft befördert hat. Das ist allerdings auch nicht wichtig. Er ist da und nach den ersten Hürden der Eingewöhnung wieder voller Tatendrang – die Rückkehr an die Spitze wird vorbereitet, was Hitler in diverse urkomische Situationen und das ein oder andere Mal an die Grenze seiner Geduld bringt.
Dienstag, 7. Oktober 2014
Rezension zu "Teardrop" von Lauren Kate
Atlantis und die Tränen eines Mädchens
„Teardrop“ ist der Auftakt einer neuen Young-Adult-Reihe der
amerikanischen Autorin Lauren Kate. Nachdem sie sich in ihrer
vorrangegangenen Tetralogie den Engeln gewidmet hatte, wendet sie sich
in ihrem neuen Werk der sagenumwobenen versunkenen Stadt Atlantis zu.
Kurz zum Inhalt: Die 17-jährige Eureka hat ihre Mutter bei einem schweren Unfall verloren, den sie selbst nur knapp überlebte. Dennoch hat sie nicht eine Träne vergossen – als Kind musste Eureka ihrer Mutter versprechen niemals zu weinen und daran hält sie sich.
Als Eureka gerade dabei ist den traumatischen Tod ihrer Mutter zu überwinden, taucht erst der gutaussehende Ander immer wieder in ihrer Nähe auf, dann verhält sich auch noch ihr langjähriger bester Freund Brooks immer merkwürdiger und Eureka erfährt, dass ihre Mutter ihr rätselhafte Gegenstände hinterlassen hat. Langsam dämmert es ihr: Es gibt Geheimnisse, von denen ihre Mutter ihr nie erzählt hat – und nun schwebt Eureka in großer Gefahr….
Zunächst fand ich die Grundidee ziemlich interessant. In der Urban-Fantasy – gerade im Jugendbuch-Segment – sind, da sich der Trend schon über Jahre hält, mittlerweile mehr oder weniger alle Themen zumindest schon einmal angeschnitten, wenn nicht sogar so häufig behandelt worden, dass sie mit der Zeit die Grenze der Überreizung erreicht haben. Vampire, Werwölfe, Hexen, Feen und, ja, auch Unterwasserwesen sind in der Buchhandlungen mehrfach als Protagonisten zu finden – aber Atlantis? Die mystische versunkene Stadt? Sicher ist auch das keine neue Idee, aber zumindest versprühte der Roman zusammen mit dem wirklich bezaubert schönen und gleichzeitig düsteren Cover eine Hauch von Frische. Mein Kopfkino freute sich auch Unterwasserwelten voller Magie, dargestellt in bildhaften Beschreibungen einer nicht mehr ganz unerfahrenen Autorin….
Freitag, 30. Mai 2014
Rezension zu "Die Analphabetin, die rechnen konnte" von Jonas Jonasson
Dem Stil treu geblieben
„Die Analphabetin, die rechnen konnte“ ist nach dem Bestsellererfolg
„Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ der
zweite Roman des schwedischen Autors Jonas Jonasson.
Zum Inhalt: Nombeko, ein Mädchen im südafrikanischen Slum, kann nicht lesen, ist aber im Kopfrechnen jedem überlegen. So schafft sie es raus aus dem trostlosen Armutsviertel, ist am Bau von Atomwaffen beteiligt und gelang über Umwege nach Schweden, wo Zwillinge leben, von denen nur einer existiert – der andere nicht…
Die eindeutig beabsichtigte Ähnlichkeit der Titel, die sich auch in der Covergestaltung wiederfindet, deutet es schon an: In neue Gefilde wagt sich Jonasson nicht vor. Er bleibt seinem Schema aus einer weltumspannenden Handlung über längere Handlungszeiträume treu. Auch an Absurdität steht das zweite Werk dem erfolgreichen Debüt in nichts nach.
Wer den Hundertjährigen mochte, wird in der Analphabetin, verkörpert durch die Südafrikanerin Nombeko, eine Nachfolgerin finden, deren Geschichte stilistisch weder eine Weiterentwicklung noch einen Rückschritt darstellt. Die distanzierte Sprache mit überwiegend indirekter Rede, der auf Missverständnissen und unerwartete Direktheit in skurrilen Situationen beruhende Humor, die Kreativität, die sich in den einzelnen liebevoll erdachten und wie zufällig eingestreuten Figuren verbirgt – die Gemeinsamkeiten beider Romane überwiegen deutlich.
Mittwoch, 21. Mai 2014
Rezension zu "Der Distelfink" von Donna Tartt
Schöne Sprache, dünner Inhalt
„Der Distelfink“ von Donna Tartt ist ein Roman, der das Schicksal eines
Jungen im modernen Amerika mit einem von ihm gestohlenen Gemälde
verbindet – in der gebundenen Ausgabe auf 1024 Seiten.
Kurz zum Inhalt: Der dreizehnjährige Theo besucht mit seiner alleinerziehenden Mutter ein Museum in New York, als sich sein Leben auf einen Schlag verändert. Ein Gemälde aus dem Museum, „Der Distelfink“, das er heimlich mitgehen ließ, begleitet ihn von nun an, während er bereits in jungen Jahren den Boden unter den Füßen verliert.
Unter normalen Umständen würde ich den Inhalt klarer anschneiden. Bis zum ersten Wendepunkt der Geschichte, nie mehr als ein guter Klappentext, kurz zusammenzufassen, worum es geht, um dem zukünftigen Leser einen Einblick zu geben, halte ich an sich nicht nur für legitim sondern fast für notwendig. Doch bei diesem Roman fällt mir das schwer, denn der Anfang ist mit seiner Tragik, seinem Tempo und seiner Emotionalität eigentlich schon der beste Teil des gesamten 1000-Seiten-Werkes und, auch wenn dieser Anfang bereits gut 200-300 Seiten umfasst, wird der Klappentext des Verlags dort für meinen Geschmack bereits zu konkret.
Samstag, 17. Mai 2014
Rezension zu "Ewiglich die Liebe" von Brodi Ashton
Ein würdiger Abschied von den Ewiglichen
„Ewiglich die Liebe“ ist das Finale der „Ewiglich“-Trilogie, einer
Urban-Fantasy-Reihe aus der Feder der amerikanischen Autorin Brodi
Ashton. Nach meiner großen Begeisterung für „Ewiglich die Sehnsucht“ und
„Ewiglich die Hoffnung“ wurde der dritte und letzte Band nicht nur
lange herbeigesehnt, sondern die Erwartungen waren auch entsprechend
hoch. Findet die Autorin einen würdigen Abschluss für Nikki, Jack und
den Ewiglichen Cole?
Bevor ich diese Frage – zumindest für mich – beantworte, vorab einige Worte zum Inhalt:Nikki ist verzweifelt. Während Cole ihr geholfen hat, Jack aus den Tunneln des Ewigseits zu befreien, hat er sie gleichzeitig hinters Licht geführt. Durch eine List hat er ihr Herz gestohlen, um seine eigenen Pläne in die Tat umzusetzen. Nikki, die die hundertjährige Nährung des Ewiglichen überlebt hat, soll nun selbst zur Ewiglichen werden, die Königin Adonia stürzen und dann an seiner Seite über das Ewigseits herrschen.
Nikki und Jack bereiten sich darauf vor, ihr Herz zurückzubekommen, um ihre Wandlung zur Ewiglichen aufzuhalten, und das Ewigseits ein für alle Mal zu besiegen.
Der zweite Band der Trilogie endete mit einem Knall, als Cole nach der gelungenen Rettung von Jack in Nikkis Zimmer erschien und den kleinen Kompass mitnahm. Als er ihr dabei offenbarte, dass es sich bei dem unbekannten Gegenstand um ihr Oberweltherz handelte und er sie während ihres Aufenthalts im Ewigseits ohne ihr Wissen zu einer Ewiglichen gemacht hatte, schockierte das nicht nur Nikki. Auch der Leser wurde von dieser Wendung vollkommen überrascht und, dass er Nikki in eben diesem Moment notgedrungen verlassen musste, weil ihm die Seiten von „Ewiglich die Hoffnung“ ausgingen, kann sicherlich als besonders kluger Schachzug der Autorin betrachtet werden. Durch die starken Emotionen am Ende des zweiten Bandes, der nur wenige Seiten zuvor noch so ruhig und glücklich hätte enden können, wurden diese letzten Momente unvergesslich und die Vorfreude auf den finalen Band vervielfachte sich.
Mittwoch, 14. Mai 2014
Rezension zu "Roter Mond" von Benjamin Percy
Werwölfe als Gesellschaftskritik
„Roter Mond“ von Benjamin Percy ist ein stark gesellschaftskritisch
geprägter zeitgenössischer Fantasy-Roman, der die aktuelle, vom
Terrorismus beeinflusste Geschichte der USA in eine alternative
Wirklichkeit überträgt, in der Werwölfe und Menschen gemeinsam auf der
Erde leben.
Zunächst noch einige Worte zum Inhalt: Als sein Vater zum Kriegsdienst einberufen wird, besteigt Patrick ein Flugzeug, das ihn nach Portland zu seiner Mutter bringen soll. Damit beginnen die schlimmsten Stunden seines Lebens, als sich während des Fluges ein Passagier, ein Lykaner, verwandelt und ein Blutbad anrichtet. Der terroristische Anschlag bleibt nicht der einzige…
Claire, eine junge Lykanerin, muss fliehen, als bewaffnete Männer in ihr Elternhaus eindringen. Ist das eine der ersten Gegenmaßnahmen der Regierung?
Chase Williams nutzt unterdessen die wachsende Angst in der Bevölkerung für seinen Wahlkampf. Der radikale Politiker hat große Ziele…
Das ganze Ausmaß der Anschläge ist dagegen noch lange nicht erreicht. Im Untergrund sammeln sich die Terroristen, um das Land endgültig ins Chaos zu stürzen.
Der Roman beginnt stark. Benjamin Percys Idee, die Erdbevölkerung als Mischung aus Menschen und Werwölfen darzustellen, gelingt und ergibt ein glaubwürdiges Gesamtbild. Lykaner existieren in diesem Szenario schon lang. Aufgrund einer Infektion und Mutation haben sie die Fähigkeit sich in ein wolfartiges Wesen zu verwandeln entweder durch Geburt oder durch Übertragung durch einen anderen Werwolf erhalten. Zwar leben sie zwischen den Menschen in der Regel ein normales, menschliches Leben, doch sie sind gezwungen, ihre Instinkte durch Medikamente zu kontrollieren, was von der Regierung überwacht wird.
Freitag, 2. Mai 2014
Backbuch-Rezension: "Törtchenzeit - all you need is sweet" von Sonya Kraus und Jessi Hesseler
Optisch schön, aber beim Nachbacken nicht überzeugend
Törtchenzeit – all you need is sweet“ ist ein Backbuch, das die
Moderatorin Sonya Kraus gemeinsam mit der Food-Bloggerin Jessi Hesseler,
Betreiberin des namensgebenden Blogs „Törtchenzeit“, veröffentlicht
hat.
Neben einigen einleitenden Back-Basics, aufgeteilt in Tipps zur
Küchen-Grundausstattung und einem ABC wichtiger Begrifflichkeiten sowie
Kurzanleitungen für Torten und Cupcakes, finden sich in diesem Backbuch
Rezepte zu Muffins, Cupcakes und kleinen Torten mit einem maximalen
Durchmesser von 20 Zentimetern, zu einigen anderen (süßen) Leckereien
und auch alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken. Gegliedert ist
das Buch dabei nach saisonalen oder familiären Anlässen – es gibt
sowohl Rezepte für die Weihnachtszeit als auch Ideen zum Backen mit
Kindern – und auch einige nette Geschenkideen und passende
Do-it-Yourself-Bastelanleitungen sind vorhanden.
Der erste
Eindruck von „Törtchenzeit“ war durch die abwechslungsreichen Rezepte
daher recht positiv. Allerdings kannte ich den Blog „Törtchenzeit“ der
Buch-Autorin, die laut Vorwort selbst eigentlich keine Kuchen isst,
vorher noch nicht und habe ihn erst parallel zum Buch durchstöbert.
Viele Rezepte sind auch dort zu finden, sodass das Buch wohl für
regelmäßige Leser dieses Blogs weniger Neuheiten bereithält.
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