Heute habe ich Lust auf einen kleinen Diskussionsbeitrag. Eigentlich wollte ich eine Rezension schreiben, aber stattdessen möchte ich euch ein paar Cover zeigen, Reihenfortsetzungen, die einem bestimmten Trend zu folgen scheinen.
DIE ASHES-REIHE von Ilsa J. Bick
Das gleiche Gesicht, der gleiche Schmollmund, die gleiche Haarsträhne, die in gleicher Position unterm Auge entlang weht. Kurz, das gleiche Bild, viermal, zweimal gespiegelt. Die Farbe geändert, die Vögel fliegen mal in andere Richtungen, der Hintergrund wird ein wenig variiert. Dennoch kann meiner Meinung nach von nicht gerade von einer individuellen Gestaltung der Reihe sprechen.
Wer sich übrigens jetzt wundert, dass "Ashes" doch eigentlich eine Trilogie sein sollte - ist es auch, aber nur im Original. Der INK-Verlag hat sich dazu entschieden, den letzten Band zu teilen. Das Original "Monsters" ist mit 688 Seiten angekündigt und durch Vergleich mit den ersten beiden Bänden hätte ich den Umfang auf etwa 750, höchstens 800 Seiten geschätzt, für den Verlag scheint es aber auf jeden Fall zu viel zu sein. Jetzt erscheinen zwei Bände, á 448 Seiten, die allerdings im August und im September unmittelbar aufeinander folgend veröffentlicht werden sollen und pro Stück 2 € günstiger sein werden als die ersten beiden Bände (je 17.99 € statt 19.99 €). Auch darüber, wie man das findet, kann man wahrscheinlich diskutieren, aber heute soll es ja um die Cover gehen...
BREATHE von Sarah Crossan
Die gute Nachricht: Anstelle des häufig zu beobachtenden Jahresrhythmus' bei der Veröffentlichung der Einzelbände einer Reihe müssen die Fans von "Breathe" nur 8 Monate warten. Der zweite Band erscheint im November.
Das Cover: Gespiegelt, Farbe geändert - das wars.
"DAS MEER DER SEELEN" von Jodi Meadows
Auch auf die Fortsetzung von "Das Meer der Seelen" muss nicht das übliche Jahr gewartet werden - sondern gleich ganze 14 Monate ;-). "Nur eine Liebe" erscheint erst im März 2014.
Dieses Beispiel zeigt wohl die geringsten Veränderungen innerhalb einer Reihe. "Ashes" hat noch seine veränderten Hintergründe, bei "Breathe" haben die Designer immerhin auch noch eine Spiegel-Funktion gefunden - "Das Meer der Seelen" wurde ein kleines bisschen eingefärbt und die Ranken haben sich dezent geändert.
MEINUNGEN?
Es kann natürlich sein, dass ihr euch nichts aus Covern macht und euch sagt: "Ist doch egal wie das Buch aussieht." Ich bin aber ein absoluter Cover-Fan und für mich gehört es auch innerhalb einer Reihe einfach dazu, dass Cover des nächsten Bandes zu entdecken, mit darüber Gedanken zu machen und für gewöhnlich habe ich auch eine Meinung dazu, über die ich mich gerne mit euch austauschen möchte.
Durch das gleiche Hauptmotiv der Cover enttäuschen sie mich leider sehr. Es gibt einfach nicht mehr viel zu entdecken, die Bilder kenne ich schon. Das finde ich langweilig.
Natürlichen sollen Bücher einer Reihe einen gewissen Wiedererkennungswert haben - aber muss sie dazu das gleiche Bild zieren? Ich denke nicht. Immerhin gibt es viele Beispiele für gelungene Reihen, deren Bände individuell gestaltet sind und doch Details aufweisen, die sie eindeutig als Reihe erkennbar machen.
Optische Zusammengehörigkeit ist also auf verschiedenen Wegen zu erreichen. Die einen sind feiner, kreativer und interessanter...die anderen eben etwas plumper. Ich meine bei "gleich" eine Ähnlichkeit zu erzielen ist keine Kunst, es ist naturgegeben.
Oft lese ich auch Argumentationen wie: "Es kommt auf den Inhalt an." - Sicher, bestreitet das irgendwer, nur indem er eine Coverabbildung diskutiert? Aber, Moment, ich schau noch mal nach...Nein, kein Inhalt in Sicht. Wir betrachten hier nur die Cover. Die sollten idealerweise zum Inhalt passen, dieser ändert aber nichts an ihrem Aussehen. Ich sage auch ständig: "Hauptsache mein Auto fährt, warum sollte ich es durch die Waschstraße fahren?", aber um ehrlich zu sein, sauberer wird es durch seine Fähigkeit zu Fahren nicht...
Ich muss also zusammenfassend leider sagen, dass ich diese Art der Cover-"Gestaltung" (ich weiß nicht, ob ich Copy-Paste mit ein bisschen Farbe "Gestaltung" nennen möchte) langweilig finde und mich die Verlage da ein wenig enttäuschen. Liegt es daran, dass sie darauf setzen können, dass ich Fortsetzungen lese, egal wie sie aussehen? Wahrscheinlich. Es ist ja auch eine Vermutung, die durchaus richtig ist, aber enttäuscht bin ich dennoch von so wenig Kreativität. Ich hoffe daher, dass sich diese Art der "Gestaltung" NICHT als neuer Trend durchsetzen wird. Wäre doch irgendwie schade, denn Buchcover können die Literatur künstlerisch so wunderbar ergänzen und davon geht leider viel verloren, wenn nicht mehr variiert wird.
Wie findet ihr die Cover? Ist diese Form der Reihengestaltung für euch eine gute Variante oder seht ihr das ganze kritischer? Oder gehört ihr wohlmöglich zu denen, die sich für Cover generell gar nicht interessieren?