Mittwoch, 29. Februar 2012

Neuer Lesestoff

Meine Kamera ist Schaltjahr-verwirrt...

Heute, am letzten Februartag, sind noch einmal Bücher bei mir eingetrudelt und nachdem ich gerade bei meiner Kamera plötzlich Datum und Uhrzeit neu einstellen musste (kommt das blöde Ding etwa genauso beim Schaltjahr durcheinander wie ich die ganze Zeit?), stelle ich die Bücher noch kurz vor (aber kurz und knapp, bin etwas schreibfaul gerade ;-))


Zwei der Bücher habe ich bei Leserunden bei Lovelybooks gewonnen. Auf "Das geheime Prinzip der Liebe" musste ich lange warten, das hat die Post anscheinend erst einmal um die Welt gekarrt, bevor es bei mir ankam. Ich bin froh, dass es jetzt da ist.
Das zweite ist "Flammenmond" von Rebekka Pax, ein Vampirroman und die Fortsetzung von "Septemberblut", das ich mir schon letzte Woche zusammen mit "Kyria und Reb: Bis ans Ende der Welt" von Andrea Schacht angeschafft habe. In der "7Days7Books"-Aktion ist es allerdings ein bisschen untergegangen. "Kyria und Reb" sind übrigens gerade auf Kurzurlaub bei einer Freundin und konnte daher leider nicht für das Gruppenfoto zur Verfügung stehen *g*.

Rezension zu "Ich werde immer da sein, wo du auch bist" von Nina LaCour


Symbollastige Trauerbewältigung

"Ich werde immer da sein wo du auch bist" von Nina LaCour ist ein eher melancholisches Jugendroman, der sich mit Depressionen und Selbstmord befasst und mir trotz kleiner Kritikpunkte gut gefallen hat.

Zum Inhalt: Die 16-jährige Caitlin trauert um ihre beste Freundin Ingrid, die sich kurz vorm Schuljahresende das Leben nahm. Nach einem langen Urlaub mit den Eltern fällt es der Hobbyfotographin Caitlin schwer, wieder in die Schule zurückzukehren, in der sie so vieles an ihre Freundin erinnert und die Mitschüler und Lehrer nicht wissen, wie sie mit ihr umgehen sollen. Das neue Mädchen an der Schule, Dylan, und Taylor, an dem Caitlin schon länger Interesse hatte, helfen ihr ein wenig aus ihrem Tief, doch sie findet unter ihrem Bett auch Ingrids Tagebuch, aus dem sie erfährt, wie Ingrid in ihrer Depression die Welt gesehen hat, und macht sich Vorwürfe, weil sie es nicht bemerkt hat...

Größtenteils hat mir dieser Jugendroman wirklich gut gefallen. Die Sprache ist gut, locker und jugendlich authentisch, sodass ich das Buch flüssig lesen konnte. Die Stimmung ist melancholisch, die Ich-Erzählerin Caitlin kämpft mit sich selbst, ob sie glücklich sein darf und sich mit neuen Freunden amüsieren kann, obwohl sie den Tod ihrer besten Freundin nicht verhindern konnte.

Um Ingrid besser verstehen zu können, gibt es mehrere Passagen aus ihrem Tagebuch, die man als Leser gemeinsam mit Caitlin liest. Dort erzählt Ingrid von ihrer Traurigkeit, dem Gefühl nicht verstanden zu werden und der Sorge sich niemandem anvertrauen zu können. Die Tagebucheinträge waren immer sehr interessant und auch Caitlins Weg zurück in ihr altes Leben berührte mich und fesselte mich weitestgehend an das Buch. Einige Längen im Mittelteil gab es zwar, sie vielen aber nicht zu sehr ins Gewicht.

Etwas problematisch fand ich es, dass die Trauerbewältigung doch sehr sympolisch durch Fotos und Orte stattfindet und die traurige, zurückgezogene Caitlin sich bis auf wenige Gespräche selbst aus dem Loch ziehen muss. Ihre Entwicklung im Laufe des Romans war für mich vor allem in Anbetracht dessen, dass sie selbst gerade einmal 16 ist, nicht immer ganz glaubhaft, denn sie benimmt sich zwischendurch geradezu altklug. Damit verbunden ist meine Verwirrung über die konsequente Ablehung einer ersthaften Therapie für Caitlin, denn den Eltern müsste eigentlich auffallen, dass ihre Tochter selbst schwer traumatisiert ist und das auch hier symbolische Akte wie das Hinlegen einens Bretterhaufens vielleicht nicht der einzige Weg sind. Eine Therapie wird aber nur ganz am Rande kurz angeschnitten und direkt verworfen.
 
Neben einem Paperback, welches das selbe luftig-schöne Cover ziert wie die deutsche Ausgabe, gibt es vom englischen Original "Hold Still" noch ein weiteres Cover, dass mir durch die Verbindung zum Tagebuch durch die Schrift im Hintergrund sogar noch ein wenig besser gefällt. Auch die Übernahme des Originaltitel hätte ich in diesem Fall für sinnvoll gehalten. Zwar ist "Ich werde immer da sein, wo du auch bist" für den Inhalt der Geschichte schon treffend, aber vor allem ist er umständlich und unnötig lang, was mir nicht besonders gefällt.

Fazit: Eine symbollastige Trauerbewältigung. Sehr berührend und schön zu lesen, auch wenn ich die Ich-Erzählerin nicht immer ganz glaubhaft fand und mir etwas mehr handfesten Umgang mit dem Thema Trauer gewünscht hätte. 4 von 5 Sterne. 

"Ich werde immer da sein, wo du auch bist" von Nina LaCour bei Amazon.de (engl. Originaltitel: "Hold Still")

Rezension zu "Dark Swan - Sturmtochter" von Richelle Mead


Noch Fantasy oder nur noch Erotik?

Bei "Sturmtochter", dem ersten Teil von Richelle Meads "Dark Swan"-Reihe, bleibe ich irgendwie unschlüssig zurück. Was ist es? Ein Fantasy-Roman, mit etwas wirrer Handlung, in die mühsam versucht wurde eine ganze Wagenladung Erotik reinzustopfen, oder doch eher ein Erotik-Roman mit teilweise sehr plumpen Porno-Dialogen, der durch eine nicht uninteressante Fantasy-Handlung aufgemotzt werden sollte? Was es auch sein will: Beides kam zu kurz und litt unter dem jeweils anderen...

Zum Inhalt: Odile Dark Swan. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich die 26-jährige Schamanin Eugenie Markham, die ihren Lebensunterhalt damit verdient, diverse Wesen, die in der Menschenwelt für Unruhe sorgen, in die Anderswelt zurück oder in schlimmeren Fällen gleich ins Totenreich zu schicken. Sie erfährt, dass ein Mädchen von den "Feinen" in die Anderswelt entführt wurden und spielt mit dem Gedanken körperlich in diese Welt überzuwechseln, um nach ihr zu suchen. Gleichzeitig beobachtet sie aber eine beunruhigende Entwicklung: Die Wesen, die sie bekämpft, kennen plötzlich ihren echten Namen und sind besessen davon sie entweder zu schwängern oder zu töten. Ursache dafür ist eine Prophezeiung, die dem Vater ihres ersten Kindes Macht verspricht und so ist auch das Hilfsangebot des Feinen-Königs Dorian, sie bei der Befreiung des Mädchens zu unterstützen, nicht uneigennützig...
Doch Eugenies Interesse erweckt der attraktive Tierarzt Kiyo, der allerdings auch einige Überraschungen auf Lager hat...

Es gibt also gleich mehrere Handlungsstränge, wie die Befreiung des entführten Mädchens, die Auflösung der Prophezeiung oder die Beziehung zu Kiyo, von denen einige im Laufe der Handlung meiner Meinung nach recht unbefriedigend und wirr miteinander verknüpft werden. Was aber der unangefochtene Mittelpunkt jedes Handlungsstrangs ist, ist leicht erklärt: Jeder will mit Eugenie in die Kiste, ob mit Gewalt oder in gemeinsamen Einvernehmen, und so gut wie jeder will ihr dabei einen Braten in die Röhre schieben.

Nicht das ein wenig Sex und Erotik mich stören würden, aber in diesem Roman ist es einfach unfassbar plump, die Dialoge sind teilweise wirklich auf dem Niveau schlechter Pornos und das Sex-Thema wird einfach auch in den unpassensten Situationen, zum Beispiel in Form von Fesselspielchen beim Training, überstrapaziert. Bei dem ganzen pornographischen Drumherum kam mir persönlich die doch eigentlich recht ansprechende Fantasy-Handlung einfach zu kurz.

Es fängt schon auf den ersten Seiten an, wenn man als Leser direkt ins Geschehen geworfen wird. An sich nicht schlimm, aber die gelieferten Erklärungen waren oft unbefriedigend und lieblos ohne Zusammenhang erzählt, sodass es mir schwerfiel einen angenehmen Lesefluss aufzubauen. Erst später, wenn die Handlung ein wenig fortgeschritten ist, und vor allem in den Passagen mit Kiyo hat mir "Sturmtochter" dann immer besser gefallen und die Charaktere wurden ein wenig ansprechender. Mit der Ich-Erzählerin konnte ich mich zwar bis zum Ende kaum anfreunden, aber Kiyo und auch Volusian, Eugenies Begleiter wider Willen, sind interessant und letzterer bringt durch seine bissigen Kommentare und detailierten Träumereien von Eugenies Ableben etwas, wenn auch sehr schwarzen, Humor in die Handlung.

Der Schreibstil hat mir insgesamt eigentlich ganz gut gefallen, auch wenn es manchmal ein wenig holprig wirkte und nicht immer ein wirklich flüssiges Lesen möglich war. Besonders irritiert war ich von einigen Anmerkungen des Übersetzers, der scheinbar wahllos einige Andeutungen des Romans erklärte. So wurde es anscheinend für nötig gehalten zu erklären, dass ein Spruch mit "gelben Pflastersteinen" bei einer Straße auf den Zauberer von Oz hinweisen soll, während andere Andeutungen unkommentiert blieben. Warum, weiß ich nicht. Ich habe diese Anmerkungen eher als Unterbrechung meines Leseflusses denn als hilfreiche Zusatzinformation empfunden.

Sehr überzeugend finde ich das Cover dieses und auch der folgenden Teile der Reihe, die trotz laut Beschreibung etwas zu rothaarig dargestellter Titelfigur gut zur Handlung passen und mich dazu brachten, mich für die Reihe zu interessieren. Im Vergleich zum englischen Cover gefällt es mir deutlich besser.

Fazit: Mittelmäßig. Eine interessante Fantasy-Handlung geht zwischen zu plumper Erotik manchmal einfach unter. 3 Sterne. Hoffentlich werden die Nachfolger besser. 

Die "Dark Swan"-Reihe (Links zu Amazon.de)
  1. "Sturmtochter" (Mai 2010, engl. Originaltitel: "Storm Born")
  2. "Dornenthron" (Okt. 2010, engl, Originaltitel: "Thorn Queen")
  3. "Feenkrieg" (Aug. 2011, engl. Originaltitel: "Iron Crowned")
  4. "Schattenkind" (Aug. 2012, engl. Originaltitel: "Shadow Heir")

Rezension zu "Die Pforte" von Patrick Lee


Die Holzhammermethode - aber sie funktioniert

"Die Pforte" von Patrick Lee ist ein actionlastiger Science-Fiction-Thriller, der mir insgesamt recht gut gefallen hat.

Zum Inhalt: Der Ex-Polizist Travis Chase wurde nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Anstatt mit Hilfe seines Bruders einen Neuanfang zu wagen, reiste er in die Einöde Alaskas, wo er bei einer längeren Wanderung weitab jeder Zivilisation ein Flugzeugwrack findet. Die Insassen starben aber nicht durch den Absturz allein, sondern wurden erschossen und unter den Opfern befindet sich auch die First Lady der Vereinigten Staaten. Wie Travis erfährt wurden zwei der Flugzeuginsassen entführt, Paige Campbell und ihr Vater, die er zu befreien versucht. Doch an Bord des Flugzeugs war noch mehr: eine geheimnisvolle und mächtige Kugel, das "Flüstern", die durch ein unterirdisches Portal gekommen war, das durch die internationale Geheimorganisation Tangent, für die Paige arbeitet, seit 30 Jahren bewacht wird...

Die Grundidee dieses Thrillers konnte mich restlos überzeugen und schon nach wenigen Seiten war ich von der spannenden Handlung gefesselt. Auch die Charaktere Travis und Paige sind gelungen und in ihrem Handeln weitestgehend glaubhaft. Neben der Haupthandlung sind auch die "Strophen", die zwischendurch Travis Vorgeschichte erzählen, interessant und spannungsgeladen, ebenso wie die Vorgeschichte des Portals, die in einer Art Tagebuch von den an seiner Erschaffung beteiligten Wissenschaftlern wiedergegeben wird.

Durch das Portal kommen mehrere Objekte täglich, die "Entitäten" genannt und von Tangent gründlich untersucht werden. Eine dieser "Entitäten" ist das "Flüstern", das als geheimnisvolle Kugel daherkommt, die mit demjenigen, der sie in der Hand hält, spricht und seine wahren Absichten erst im Laufe der Handlung offenbart. Die Idee hinter dem "Flüstern", die erst im spannenden und richtig überraschenden Ende klar wird, fand ich sehr gelungen, bin aber auch ein wenig hin- und hergerissen, ob hier nicht gleichzeitig eine Schwachstelle des Romans liegt. Denn die Macht des "Flüsterns" ist groß und, auch wenn sie in sich schlüssig und logisch ist und der Autor darauf verzichtet zu Gunsten eines vielleicht befriedigenderen Endes von dieser Logik abzuweichen, ist die Handlungsunfähigkeit, die sich dadurch für die Protagonisten ergibt, manchmal ein wenig ernüchternd. Nichtsdestotrotz hat mir das Ende sehr gut gefallen. Es ist ein richtiger Paukenschlag, der viel Spiel für die Fortsetzung und die Charakterentwicklung der beiden Hauptprotagonisten Travis und Paige lässt.

Der Schreibstil des Thrillers ist gut und flüssig zu lesen. Durch ein sehr ausgewogenes Maß an Andeutungen und klaren Informationen bleibt die Spannung über die gesamte Länge des Romans erhalten und, obwohl im Laufe der Handlung durch ein paar falsche Fährten auch eine gewisse Verwirrung aufkommt, endet alles logisch und in sich schlüssig, so dass ich weder verwirrt noch mit offenen Fragen zurückbleibe.

Ein bisschen schwer fiel es mir dagegen manchmal mich mit der oft gefahrenen Holzhammermethode anzufreunden, die sich in wilden Schießereien und einen exorbitant anwachsenden Leichenberg äußerte. Für die Spannung und die Action des Thrillers funktioniert der Holzhammer zwar immer wieder recht gut, aber zumindest in einer Passage in der zweiten Romanhälfte hätte ich mir einen etwas sensibleren und ausgefeilteren Umgang mit der Situation gewünscht als sinnloses Draufhalten und Abknallen, bis sich die Leichen bis unter die Decke stapeln.

Zu guter Letzt muss ich noch sagen, dass mich das Cover überhaupt nicht anspricht. Es sieht wirklich klischeehaft nach einer billigen Sci-Fi-Story aus, so dass es mich als ausgesprochenen Nicht-Fan von Star Trek und Co. wirklich nie im Leben zum Lesen bewogen hätte. Da hat die moderner gestaltete Fortsetzung Dystopia optisch doch einiges mehr zu bieten und sie war auch der einzige Grund, warum ich diesen ersten, wirklich guten Teil gelesen habe.

Mein Fazit: Gelungener Sci-Fi-Thriller mit viel Action und Spannung, sympathischen und glaubhaften Charakteren und einer interessanten Grundidee, sprachlich gut umgesetzt. Zwischendurch schmälerten wilde, unkontrollierte Schießereien den Lesespaß ein wenig, aber spätestens das überraschende Ende machte diese Mängel größtenteils wieder wett. 4 von 5 Sternen. Ich hoffe auf eine ebenso starke Fortsetzung!

Die Reihe (Links zu Amazon.de)
  1. "Die Pforte" (Dez. 2010, engl. Originaltitel: "The Breach")
  2. "Dystopia" (März 2012, engl. Originaltitel: "Ghost Country") - meine Rezension
  3. noch nicht bekannt (engl. Originatitel: "Deep Sky")

Dienstag, 28. Februar 2012

Rezension zu "Beastly" von Alex Flinn


Ein modernes Märchen

"Beastly" von Alex Flinn erzählt keine neue Geschichte, sondern arbeitet das bekannte Märchen "Die Schöne und das Beast" zu einer modernen NewYorkCity-Liebesgeschichte um und das auf eine so charmante Art und Weise, dass ich absolut begeistert bin.

Zum Inhalt: Der 15jährige Kyle hat alles: Einen reichen Vater, der ihm die Privatschule bezahlt und keine Grenzen setzt, und ein blendendes Aussehen. Er geht mit dem schönsten Mädchen zum Ball und wird zum Ballkönig gewählt. Alles scheint perfekt, doch in seinem Inneren ist Kyle ein schlechter Mensch, der aus Spaß andere verletzt, mobbt und vorführt. Um ihn für seinen schlechten Charakter zu bestrafen, beschließt die Hexe Kendra ihn in eine Bestie zu verwandeln. Sie gibt ihm zwei Jahre Zeit, um den Fluch zu brechen, wenn er ein Mädchen findet, dass ihn trotz seines Äußeren liebt und küsst...

In "Beastly" tritt Kyle, das Biest, selbst als Ich-Erzähler auf und man erlebt als Leser hautnah mit, wie sein Welt- und Selbstbild zusammenbricht. Er erkennt mit der Zeit die Fehler seines oberflächlichen Lebens, die Falschheit seiner Freunde und den Egoismus seines Vaters, der nicht mehr mit ihm zusammenleben will und ihn stattdessen mit Haushälterin und blindem Privatlehrer in eine leeres, dunkles Haus abschiebt. Der Charakter schwankt zwischen Selbstaufgabe, Hoffnung und herrlicher, fast kindlicher Begeisterung. Mit der Zeit verwandelt sich der überhebliche, oberflächliche Kyle in den gutherzigen, liebenswerten Adrian, der viel liest und Rosen züchtet. Ich konnte mich für diesen Ich-Erzähler richtig begeistern und mich dank der Tiefe dieses Charakters in seine Geschichte gut einfühlen.

Auch der weibliche Part der Geschichte, Lindy, ist ein überzeugender Charakter, in den Kyle sich leicht verlieben kann, auch wenn er sie früher nie beachtet hätte. Denn erfrischenderweise ist Lindy nicht die makellose Schönheit sondern ein normales Mädchen, das mit einem drogensüchtigen Vater kein einfaches Leben führt.
Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist sehr gefühlvoll und bekommt besonders durch die Ich-Perpektive des unsicheren Kyles einen ganz eigenen Charme. Zwischendurch wird es auch mal ein wenig kitschig, aber es ist ein Märchen. Das gehört irgendwie dazu und hat mich nicht sonderlich gestört.

Sehr gut gefallen haben mir außerdem die Chat-Passagen, in denen sich mehrere Wesen, die sich mit dem Thema Verwandlung auseinandersetzen, treffen und austauschen. Auch wenn der Froschkönig mit Schwimmhäuten schlecht tippen kann, sind diese Chats richtig witzig, denn nicht immer bleiben die Figuren freundlich oder ernsthaft, sondern werden zynisch, bissig oder machen Scherze.

Mein Fazit: Berührende Neufassung von "Die Schöne und das Biest" im modernen New York City. Sprachlich überzeugend und mit glaubhaftem, sympathischem Ich-Erzähler. 5 Sterne, sehr empfehlenswert! 

"Beastly" von Alex Flinn bei Amazon.de

Rezension zu "Arkadien erwacht" von Kai Meyer


Mafia meets Fantasy

"Arkadien erwacht" von Kai Meyer ist der erste Teil einer Trilogie, die den Leser in die Welt der sizilianischen Mafia-Clans entführt und diese gekonnt mit ein wenig Fantasy und griechischer Mythologie verbindet.

Zum Inhalt: Die 17-jährige Rosa kehrt nach vielen Jahren in den USA in die Heimat ihres Vaters nach Sizilien zurück, um einen Neuanfang zu wagen. Ihre Tante Florinda ist das Oberhaupt eines Mafia-Clans und auch ihre ältere Schwester Zoe lebt schon seit zwei Jahren auf Sizilien. Schon im Flugzeug lernt Rosa Alessandro kennen, der, wie sie später erfährt, zu einem anderen, verfeindeten Mafia-Clan gehört und nach dem Tod seines Vaters auch noch dessen neues Oberhaupt werden soll. Rosas Tante versucht daher von Anfang an den Kontakt der beiden zu unterbinden. Doch außer ihrer Feindschaft verbindet die Clans noch ihre Herkunft: Sie sind Arkadier und das wird auch Rosas Leben bald dauerhaft verändern...

Zuerst einmal klingt die Geschichte natürlich ein bisschen bekannt. Mafia, verbotene Liebe - Romeo und Julia lassen grüßen. Aber man merkt schnell, dass "Arkadien erwacht" mit einer schnulzigen Liebesgeschichte rein gar nichts zu tun hat. Alessandro und Rosa sind beides sehr starke, überzeugende Charaktere, die sich mit Bedacht und nicht blind vor Liebe für ihre Interssen einsetzen können. Dabei kann Rosa sich nicht einmal immer sicher sein, ob sie Alessandro trauen kann, denn dieser lässt keinen Zweifel daran, dass er unbedingt das Oberhaupt seiner Familie werden will, obwohl Cesare, der langjährige Berater seines Vaters, alles daran setzt, um ihn aus dem Weg zu räumen. Die Beziehung der beiden entwickelt sich langsam und glaubhaft und ist sehr romantisch, aber nicht kitschig.

Sowohl Rosa als auch Alessandro sind somit Charaktere mit Ecken und Kanten, mit Geheimnissen und aufzuarbeitenden Vergangenheiten, die im Laufe des Romans ans Licht kommen. Während Rosas Schwester Zoe der Inbegriff einer gutaussehenden, modebewussten jungen Frau ist, ist Rosa das genaue Gegenteil: Sie trägt schwarz, klaut und ist eine Einzelgängerin mit starken und schwachen Momenten, die nach einem Neuanfang sucht und sich dazu erst einmal in der Mafia-Gesellschaft ihrer Familie zu recht finden muss. Mit all den Macken sind die Charaktere sehr glaubhaft und abwechslungsreich. Ein schwarz-weiß gibt es nicht.

Die Fantasyelemente tauchen in der Handlung erst langsam auf, sind aber sehr spannend. Schön finde ich es bei diesem Roman, dass die Charaktere die mythologischen Erklärungen auch mal in Frage stellen dürfen und in Erwägung ziehen auf andere rationale Erklärungen zu stoßen. Denn der bedingungslose Glaube an göttliche Flüche würde einfach nicht zu den beiden eigenwilligen, logisch denkenden Charakteren passen.
Für die Folgeteile verspricht der in diesem Teil nur langsam aufgebaute Fantasy-Kern jedenfalls noch einiges.

Auch Spannung und Action kommen bei "Arkadien erwacht" nicht zu kurz. Die Charaktere leben gefährlich. Immerhin stehen sie an der Spitze krimineller Mafia-Familien. Verfolgungen, Schießereien, Intrigen und Hinterhalte hat der Roman ebenso zu bieten wie ein fulminantes und überraschendes Ende.

Zu guter Letzt empfand ich auch die Sprache als sehr angenehm und flüssig zu lesen. Im Vergleich zu anderen Jugendromanen ist dieser hier sprachlich auf einem eher hohen Niveau, das mich vollständig überzeugen und die Stimmung des Romans sehr gut vermitteln konnte. Die manchmal bissige Rosa bringt zu dem ein bisschen trockenen Humor mit, der für ein wenig Auflockerung sorgte.

Mein Fazit: Insgesamt ist "Arkadien erwacht" für mich ein rundum gelungener Jugendroman, der sprachlich wie inhaltlich überzeugen kann, spannend ist und für einen Jugendroman erstaunlich viel Tiefe bietet, sei es in der Handlung oder in den überzeugend ausgearbeiteten, vielseitigen Charakteren. Die Reihe könnte zu einem meiner neuen Lieblinge werden. Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht, und gebe ohne zu zögern 5 von 5 Sternen.

Die Arkadien-Trilogie (mit Links zu Amazon.de):
  1. "Arkadien erwacht" (2009)
  2. "Arkadien brennt" (2010) 
  3. "Arkadien fällt" (2011)

Rezension zu "Mona Lisas Tränen" von Bianka Minte-König

 
Mystery ohne Gänsehaut

"Mona Lisas Tränen" von Bianka Minte-König erweckte durch die schöne Covergestaltung und den interessanten Klappentext meine Aufmerksamkeit und ich versprach mir einen Jugendroman mit einem kleinen Gruselfaktor. Leider konnte es mich nicht überzeugen.

Zuerst kurz zum Inhalt: Die 15-jährige Mona bekommt die Zusage für ein Künstlerstipendium in den Sommerferien, die sie hierfür mit anderen künstlerisch begabten Jugendlichen auf Schloss Rosenheim verbringt. Doch dort geschehen merkwürdige Dinge: Monas Kopie von der "Mona Lisa" hat sich eines nachts verändert, anstelle ihres Lächelns laufen ihr Tränen übers Gesicht. Auch die weiteren Werke von Mona verändern sich nachts ohne ihr Zutun und mysteröse Träume suchen sie heim. Alles scheint mit dem jung verstorbenen Wolfram von Rosenheim zusammenzuhängen, der das Schloss Anfang des 17. Jahrhunderts bewohnte. Spukt es vielleicht wirklich im Schloss und hat Mona eine spirituelle Begabung?

Die Grundidee der Geschichte hat mir gut gefallen und auch der Verlauf der Handlung und der Spannungsbogen konnten überzeugen. Besonders Monas Träume, in denen Wolfram von Rosenheim und seine große Liebe Elisabeth vorkommen, waren richtig fesselnd. Monas übernatürliche Begabung dagegen wurde zwar oft angesprochen, aber wenig ausgearbeitet, sodass mich dieser Teil der Geschichte weniger überzeugen konnte.

Ohnehin kommt von den Charakteren meiner Meinung nach nur die lange verstorbene Liebe des ehemaligen Schlossbesitzers, Elisabeth, richtig zu Geltung, auch wenn sich ihre Auftritte auf Monas Träume beschränken. Die Ich-Erzählerin Mona dagegen fand ich recht langweilig. Mehrfach wird betont wie hübsch sie ist und das auch ältere Jungen sich für sie interessieren, wie auch der Kurzteilnehmer Hagen und sein Konkurrent Max. Aus dieser Beziehung zwischen den Jugendlichen wird aber leider kaum etwas gemacht.

Außerdem wird die Geschichte recht flott erzählt, das Buch hat ja gerade einmal rund 220 kleinformatige Seiten mit vergleichsweise großer Schrift. Ein flotter Handlungsverlauf ist zwar nicht gerade das Schlechteste, aber für einen Mystery-Roman wurde meiner Meinung nach an der flaschen Stelle gespart, nämlich an der Gefühlsebene der Ich-Erzählerin. Man erfährt WAS Mona tut und denkt, aber das WIE bleibt unbeantwortet. Wie fühlt sie sich dabei und wie äußern sich diese Gefühle, wie nimmt sie die Stimmung in einer bestimmten Situation wahr, wie reagieren andere? Diese Beschreibungen fehlen entweder vollständig oder werden nur recht kurz und oberflächlich angeschnitten. Im ganzen Roman - abgesehen von den Träumen - fehlte mir daher die Atmosphäre und so konnte kein wirklicher Grusel mit Gänsehautfeeling aufkommen.

Ein großes Problem hatte ich auch mit dem Schreibstil des Romans. Für eine 15-jährige Ich-Erzählerin wirkt die Sprache zu unlocker und gestelzt, was gerade - aber nicht nur - in den Dialogen gestört hat und für mich das flüssige Lesen erschwerte. Wenn dann aus heiterem Himmel doch einmal "hippere" Formulierungen oder Anglizismen ("Girls") eingebaut werden, stolpert man regelrecht darüber, so deplaziert wirken diese Worte im übrigen Text. Auch die Sprache in Monas Träumen, die immerhin im 17. Jahrhundert spielen und bei der ich somit ein wenig Gestelze erwarte, unterscheidet sich kaum von der Sprache von Mona und ihren Freunden. Auch hier leidet die Atmosphäre des Romans, da sich moderne und altertümliche Charaktere einfach nicht ausreichend von einander differenzieren lassen.

Mein Fazit lautet also: Gute Grundidee mit spannenden historischen Passagen um das Schicksal der im 17. Jahrhundert verstorbenen Elisabeth. Die Handlung im "Jetzt" mit der Ich-Erzählerin Mona dagegen war weniger überzeugend, da an Details zu sehr gespart wurde und die Beziehungen zwischen den Jugendlichen sehr oberflächlich thematisiert werden. Besonders gestört habe ich mich an der wenig authentischen Jugendsprache. Darunter litten Lesefluss und Atmosphäre.
Daher leider kein sehr überzeugender Jugendroman, sondern eher Mittelmaß: 3 von 5 Sternen 

"Mona Lisas Tränen" von Bianka Minte-König bei Amazon.de

Sonntag, 26. Februar 2012

7 Days 7 Books - Abschlussbericht

Heute ist Sonntag und somit ist der kleine Lesemarathon heute zu Ende. Erstmal noch zum heutigen Tag bzw. gestern abend.

"Arkadien erwacht" von Kai Meyer habe ich noch am Abend zu Ende gelesen. Klasse Buch, bis zum Ende hat es mich komplett überzeugt. Die beiden Folgebände werde ich hoffentlich auch bald in den Händen halten. Kanns kaum erwarten.

Heute hatte ich eigentlich wenig Zeit zum Lesen, aber ich habe durchgezählt: 9 Bücher. Hmmm, blöde Zahl. Deswegen habe ich mir das dünnste Buch, was ich noch da hatte aus dem Regal genommen und beschlossen das Ganze damit noch zweistellig und rund zu machen *g*.

"Mona Lisas Tränen" von Bianka Minte-König
224 Seiten

Aktueller Stand: Durchgelesen

Klappentext: Bei einem Malkurs auf Schloss Rosenheim entdeckt die talentierte Schülerin Mona, dass sie von ihrer Großmutter nicht nur die künstlerische Begabung geerbt hat. Kaum ist sie angekommen, zieht sie das Porträt eines geheimnisvollen Mannes in den Bann: Wolfram von Rosenheim, der schon in jungen Jahren tragisch verstarb. Mona empfindet eine seltsame Verbindung zu ihm und seinem Schicksal. Sie kann sich der sonderbaren Traurigkeit, die auf dem Schloss lastet, einfach nicht mehr entziehen. Unheimliche Dinge geschehen und Alpträume rauben ihr den Schlaf. Auch ihre besondere PSI-Gabe scheint sie nicht vor dem Bösen schützen zu können, das schon Wolframs Liebe bedroht hat...

Kurze Meinung: Die Handlung hat mir eigentlich gut gefallen. Aber die Sprache leider nicht. Für eine jugendliche Ich-Erzählerin wirkt sie insgesamt sehr unlocker und gestelzt, was besonders in den Dialogen stört. Wenn dann aus heiterem Himmel doch einmal "hippere" Formulierungen oder Anglizismen eingebaut werden, stolpert man richtig darüber, so wenig passt es in den restlichen Text. Außerdem wird die Geschichte sehr zügig erzählt und die Gefühlsebene kommt dabei zu kurz. Mona erzählt WAS sie tut, aber selten WIE: Wie fühlt sie sich dabei, wie äußern sich ihre Gefühle, wie begegnen ihr die anderen oder wie schätzt sie sie ein. Wenn überhaupt was genannt wird, dann meist nur oberflächlich (sie ist überrascht, ist entsetzt...). Aber ein Gänsehautfeeling kam bei den fehlenden Details zur Atmosphäre irgendwie nicht auf.

Und nun...

Der Abschlussbericht

Gelesen: 10 Bücher
Seiten insgesamt: 3219

Übersicht:
  1. "Firelight: Brennender Kuss" von Sophie Jordan
  2. "Mein Winter mit Grace" von Richard Paul Evans
  3. "Riley - Das Mädchen im Licht" von Alyson Noel
  4. "Die Pforte" von Patrick Lee
  5. "Dark Swan - Sturmtochter" von Richelle Mead
  6. "Ich werde immer da sein, wo du auch bist" von Nina LaCour
  7. "Kyria und Reb" von Andrea Schacht
  8. "Beastly" von Alex Flinn
  9. "Arkadien erwacht" von Kai Meyer
  10. "Mona Lisas Tränen" von Bianka Minte-König

Die ersten drei habe ich ja schon rezensiert, zu den anderen gibt es Notizen in meiner schönsten Sauklaue. In den nächsten Tagen werden also ein paar Rezensionen getippt...hoffentlich schaffe ich schon morgen ein paar, ich hasse es so hinterher zu hängen ;)

Samstag, 25. Februar 2012

7 Days 7 Books - Tag 6

Soooo...schon der vorletzte Tag! Wahnsinn, oder?

Natürlich habe ich heute morgen erstmal "Beastly" von Alex Flinn zu Ende gelesen. Hat mir auch weiterhin richtig gut gefallen, auch wenn es ein bisschen kitschig wurde zwischendurch. Aber "Die Schöne und das Biest" ist halt kitschig...ich muss übrigens mal loswerden, dass ich von dem Disney-Film leicht geschädigt bin. Meine Schwester und ich hatten früher echt so ziemlich jeden Disney-Film zu Hause, aber "Die Schöne und das Biest" fand meine Mutter immer am besten und, weil meine Schwester und ich uns an den Schlecht-Wetter-Sonntagen nie mit den anderen Filmen einig wurden, hat meine Mutter mit "Wenn ihr euch nur streitet gucken wir 'Die Schöne und das Biest' oder gar nichts!" viel zu oft gewonnen ;)...

Danach habe ich "Dornenkuss" von Bettina Belitz angefangen, aber nur zwei Kapitel gelesen. Bin jetzt auf Seite 46 und werde es nicht mehr im Rahmen dieser Aktion weiterlesen. Bin einfach nicht reingekommen, das wird wohl die nächsten Tage/Wochen mein Zweitbuch.

Stattdessen habe ich dann das hier angefangen:

"Arkandien erwacht" von Kai Meyer
416 Seiten

Aktueller Stand: 275/416 Seiten

Klappentext: Schon bei ihrer Ankunft in Sizilien fühlt sich Rosa wie in einem alten Film - der Chauffeur, der ihre Reisebekanntschaft Alessandro am Flughafen erwartet; der heruntergekommene Palazzo ihrer Tante; und dann die Gerüchte um zwei Mafiaclans, die seit Generationen erbittert gegeneinander kämpfen: die Alcantaras und die Carnevares, Rosas und Alessandros Familien. Trotzdem trifft sich Rosa weiterhin mit Alessandro. Seine kühle Anmut, seine animalische Eleganz faszinieren und verunsichern sie gleichermaßen. Doch in Alessandro ruht ein unheimliches ERbe, das nicht menschlich ist.

Kurze Meinung: Das Buch gefällt mir mal richtig gut. Die Sprache finde ich toll zu lesen, die Charaktere richtig interessant und die Mafia-Handlung samt Fanatsy-Geheimnissen richtig spannend. Bin gespannt auf das Ende, werde gleich weiterlesen ;)

Schönen Abend noch und viel Spaß beim letzten Tag von 7 Days 7 Books morgen.

Freitag, 24. Februar 2012

7 Days 7 Books - Tag 5

Ich muss gestehen. Ich habe meinen Vorsatz für diese Aktion nur Bücher zu lesen, die ich aus der Bibliothek geliehen habe, gebrochen...ich war in der Buchhandlung und habe entgegen aller guten Vorsätze mehr mitgenommen als nur das Taschenbuch ("Septemberblut" von Rebekka Pax), das ich holen wollte.

Meinen Einkauf habe ich dann heute auch gleich gelesen:

"Kyria und Reb" von Andra Schacht
381 Seiten

Aktueller Stand: Durchgelesen

Klappentext: Das Vereinigte Europa im Jahr 2125 ist eine Welt der kompletten Überwachung. Das geschieht nur zum Besten der Bürger, sagt Kyrias Mutter, eine hochrangige Politikerin des perfekt gesteuerten Systems New Europe . Doch die 17-jährige Kyria möchte endlich erfahren, wie es ist, sich frei zu fühlen. Als sie in Reb, einem jungen Rebell aus dem Untergrund, einen Verbündeten findet, fliehen die beiden auf abenteuerliche Weise aus New Europe und gelangen in ein fernes Reservat. Dort haben sich die Menschen ein bäuerliches Leben wie in längst vergangenen Zeiten bewahrt. Doch schon bald sind die Verfolger Kyria und Reb auf der Spur. Und das ist nicht die einzige Gefahr, denn alle, die sich der Macht von New Europe entziehen, werden von künstlich ausgelösten Seuchen bedroht. Auch Kyria gerät in den Verdacht, die friedliebenden Menschen des Reservats mit einer Masernepidemie zu vernichten. Zum Glück hat Kyria Freunde an ihrer Seite und einen jungen Rebellen, der ihr Herz berührt ...

Kurze Meinung: Bin ein bisschen hin und hergerissen. Die Liebesgeschichte kommt zwar langsam in Gang, hat mir aber gefallen, ebenso wie die Charaktere und ihre Neckereien. Der zweite Teil wurde dann aber ein bisschen zäh - heißt passenderweise auch "der lange Weg". Ein bisschen verwirrend wurde es auch und die Dystopie rückt zwischenzeitlich in den Hintergrund. Bei einer Rezension würde ich zwischen 3 und 4 Sternen schwanken. Eher 4. 

Heute abend habe ich dann noch ein weiteres Buch angefangen, was ich ja gestern schon eingeplant hatte:

 "Beastly" von Alex Flinn
336 Seiten

Aktueller Stand: 114/336

Inhalt: Kyle Kingsbury ist eine Bestie, die nachts durch New York streift - ein hässliches Monstrum. Doch Kyle war nicht immer so. Er war mal ein Junge, mit dem jeder andere gerne getauscht hätte, ein gutaussehender, reicher und bei vielen Mädchen beliebter Kerl. Doch er war auch arrogant, eingebildet und überheblich. Zur Strafe wurde er dazu verflucht, dieses grässliche Biest zu sein - jetzt kann nur noch die Liebe diesen Fluch brechen.

Kurze Meinung: Bisher gefällt es mir sehr gut. Habe nichts zu meckern.

So, heute gehe ich noch weg, deswegen wird wohl erst morgen weitergelesen. Aber 7 Bücher habe ich ja jetzt auch voll...damit habe ich mein persönliches Minimalziel erfüllt *g*. Vielleicht fang ich dann morgen mal einen Wälzer an. Habe da noch ein paar Bücher mit mehr als 800 Seiten, die auch gelesen werden möchten..."Seelen" von Stephenie Meyer, "Die Seelen der Nacht" von Deborah Harkness oder "Dornenkuss" von Bettina Belitz....hm, mal schauen.

Donnerstag, 23. Februar 2012

7 Days 7 Books - Tag 3 und 4

Gestern bin ich nicht mehr dazu gekommen noch einen Post zu machen und weil ich heute abend auch keinen mehr schreiben kann, gibt es jetzt einen für gestern und heute zusammen.

Da ich gestern viel unterwegs war und dann noch ein paar Rezis fertig gemacht habe, hatte ich gestern auch gar nicht so viel Zeit zu lesen. Gestern nachmittag angefangen und heute morgen zu Ende gelesen habe ich:

 "Dark Swan - Sturmtochter" von Richelle Mead
366 Seiten

Aktueller Stand: Durchgelesen

Klappentext: Eugenie Markham ist eine mächtuge Schamanin. SIe erhält den Auftrag ein junges Mädchen zu suchen, das von Feen entführt wurde. Dazu muss sie in die magische Anderswelt reisen. Ein gefährliches Unterfangen, vor allem da zahlreiche Bewohner der Anderswelt ihr plötzlich unsittliche Angebote machen, während andere ihren Tod wollen. Da begegnet ihr der geheimnisvolle Kiyo, dessen Charme sie sofort verfällt...

Kurze Meinung: Das ist der Auftakt einer Reihe. Ich fand es mittelmäßig. Die Fantasyelemente sind teilweise recht verwirrend, weil sie immer sehr plötzlich und ohne viele Erklärungen in die Handlung eingestreut werden. Eigentlich gehen 90% dieses Buches ohnehin nur darum wer Eugenie in die Kiste kriegen will und/oder wer es dann auch schafft inklusiver detailierter Beschreibungen der Bettakrobatik. Leider sind die Dialoge teilweise etwas plump - würden glatt in einen Porno passen. Allerdings noch über dem Niveau von "Warum liegt hier überhaupt Stroh rum?" (übrigens würde der etwas übermotivierte Übersetzer zum Stroh-Spruch jetzt wahrscheinlich eine Anmerkung machen, um allen die Hintergründe zu erklären.. Dass zum Beispiel "gelbe Pflastersteine" bei einer Straße auf den Zauberer von Oz anspielen sollen usw. durch Anmerkungen zu erklären war mir ein bisschen zu viel. Entweder man versteht die Andeutungen oder nicht. Man muss nicht alles auch noch erklärt bekommen.)

Danach habe ich mich heute vormittag noch das hier gelesen

"Ich werde immer da sein, wo du auch bist" von Nina LaCour
320 Seiten

Aktueller Stand: Durchgelesen

Klappentext:Als ihre beste Freundin sich das Leben nimmt, bricht Caitlins Welt auseinander und ihr Herz gleich mit. Warum hat sie das getan? Warum hat sie nichts gesagt? Hätte Caitlin ihr nicht helfen können? So viele Fragen, die unbeantwortet bleiben. Doch dann macht Caitlin eine Entdeckung und erfährt Dinge über ihre Freundin. Fast mehr, als sie ertragen kann. Und kann endlich Abschied nehmen.

Kurze Meinung: Die Handlung umfasst das erste Jahr nach Ingrids Selbstmord und erzählt wie Caitlin wieder ins Leben zurückfindet. Hat mir ganz gut gefallen, ziemlich melancholisch, zwischendurch aber auch ein paar Längen.


So, kleiner Zwischenstand vielleicht: Ich habe bisher 6 Bücher gelesen.

Wenn ich heute noch ein neues anfange, dann wird das "Beastly" von Alex Flinn sein. 


Viel Spaß beim Lesen und bis morgen

Mittwoch, 22. Februar 2012

Rezension zu "Firelight: Brennender Kuss" von Sophie Jordan


 Menschliche Drachen

"Firelight" von Sophie Jordan ist ein Jugendroman des Genres Contemporary Fantasy und der Auftakt einer meiner Meinung nach recht vielversprechenden Trilogie. Es hat mir trotz altbekannter Muster und kleinerer Schwächen insgesamt gut gefallen.

Inhalt: Jacinda ist ein 16-jähriges Draki-Mädchen und kann sich in eine drachenähnliche Gestalt verwandeln. Unter den Draki ist sie etwas besonderes, denn sie ist der einzige bekannte Feuerdraki seit Jahrhunderten und für ihr Rudel daher sehr wertvoll. Es ist ihr vorbestimmt den Sohn des Rudelkönigs und zukünftigen Anführer Cassian zu heiraten.
Eigentlich ist es Drakis nur nachts erlaubt in ihrer nicht-menschlichen Gestalt zu fliegen, doch Jacinda bricht diese Regel und gerät prompt ins Visier einer Gruppe Draki-Jäger. Einer davon, der junge Will, fasziniert sie sofort. Doch als sie im Rudel zurück ist und bestraft werden soll, beschließt ihre Mutter mit ihr und ihrer Zwillingsschwester Tamra zu fliehen und zwar in eine Wüstenstadt, denn Drakis überleben nicht in unfruchtbarer Umgebung und ihre Mutter hofft Jacinda so menschlich zu machen, damit das Rudel das Interesse an ihr verliert. Doch an der High School trifft Jacinda ausgerechnet den Jäger Will wieder, der das einzige zu sein scheint, was den Draki in ihrem Inneren am Leben erhalten kann. Doch seine Nähe bedeutet große Gefahr für ihre gesamte Spezies, denn die Jäger dürfen auf keinen Fall erfahren, dass Draki sich in Menschen verwandeln können...

Bei "Firelight" handelt es sich also - mal wieder - um das mittlerweile wohl mehr als bekannte Prinzip der verbotenen Liebe mit Fantasyeinschlag, hier halt mal mit einer Spezies, die eine Mischung aus Mensch und Drache zu sein scheint, den Draki. Trotz leicht ausgelutschter Grundthematik gefällt mir "Firelight" aber wirklich gut.

Das liegt unter anderem an der sympathischen Ich-Erzählerin Jacinda, die ich auch mit Selbstmitleid und gewöhnungsbedürftigem Namen interessant und glaubwürdig fand. Sie kämpft gegen den Willen ihrer Mutter und ihrer Schwester darum auch außerhalb des Rudels ihren Draki am Leben zu erhalten, denn sie liebt ihr Dasein in dieser Drachenform und vor allem das Fliegen. Ihre Mutter, die ihren Draki selbst schon vor Jahren getötet hat, und ihre Zwillingsschwester, deren Draki gar nicht erst wie üblich in der Kindheit erwacht ist, dagegen wünschen sich ein normales, menschliches Leben und so ist Jacinda hin und her gerissen zwischen ihren eigenen Wünschen, der Angst vor dem Rudel und dem Glück ihrer Familie, da besonders ihre Zwillingsschwester Tamra im Rudel durch ihre Menschlichkeit eine Außenseiterin war und Jacinda ihr nicht die Möglichkeit nehmen will ein normales Leben zu führen. Dazu kommt noch, dass sie ihre ganze Spezies gefährdet, wenn sie sich in Wills Nähe aufhält, doch nur dort bleibt ihr Draki am Leben, während er ansonsten in der Wüstenlandschaft immer schwächer wird.

Doch gerade diese oft theamtisierte innere Zerissenheit ist für mich auch eine der Schwachstellen dieses Romans. Jacinda könnte sich irgendwann mal entscheiden, aber das tut sie nicht. Sie ändert ständig ihre Meinung, schwört sich selbst immer wieder, etwas zu tun oder nicht zu tun, und wirft es wenige Seiten später wieder über den Haufen. Sie ist einfach so wankelmütig, so inkonsequent, dass es ein wenig genervt hat. Außerdem weiß man in diesem Genre ja ohnehin, wie sie sich entscheiden wird, sodass etwas weniger Hin und Her sicher nicht geschadet hätte.

Was die übrigen Charaktere anbelangt bin ich geteilter Meinung. Will finde ich mit seiner Ablehnung der eigenen Lebensweise und seiner Stärke sehr gelungen und auch die Liebesgeschichte sehr überzeugend, romantisch und schön. Ebenfalls gelungen finde ich einige andere Nebencharaktere wie Jacindas neue Schulfreundin Catherine, die mit ihrer leicht frustiert-frechen Art gegen die beliebten Mitschülerinnen wettert, oder den attraktiven Drakiprinzen Cassian, der in Jacindas Erzählung erst hauptsächlich arrogant und berechnend, im Laufe der Geschichte aber auch relativ treu und beharrlich auftritt.

Dem gegenüber stehen für mich weniger verständliche Charaktere wie Jacindas Mutter, die sich gar nicht in Jacindas Situation hineinversetzen kann, da sie selbst ohne ihren Draki glücklich ist, und es vor allem aber auch gar nicht versucht, sondern oft einfach nur ungerecht und kalt wirkt. Trotzdem konnte ich die Mutter, die Jacinda schützen will, immer noch besser verstehen als die Zwillingsschwester, die Jacinda durch ihre eigene frühere Außenseiterrolle eigentlich gut verstehen können sollte, aber stattdessen ruckzuck zur überheblichen Super-Zicke auf Ego-Trip mutiert. Die Schuldgefühle, die sie Jacinda dabei einredet, und vor allem Jacindas Hang dazu sich dadurch auch tatsächlich schuldig zu fühlen, fand ich nicht mehr ganz glaubwürdig sondern etwas überzogen.


Sprachlich ist der Roman gut und liest sich flüssig, ist aber dennoch nicht zu einfach oder anspruchslos, sodass man auch als Erwachsene noch Spaß an der jugendlichen Geschichte haben kann und die Atmospäre des Romans vermittelt wird. Auch das Cover gefällt mir durch seine kräftigen Farben, die sofort ins Auge fallen, und der Nähe zur Geschichte. Etwas schade finde ich nur, dass es durch zusätzliche Elemente wie das Drachensymbol und den farblich nicht ganz passenden Untertitel und den kantigeren Hauptitel im Vergleich zum englischen Original etwas an Klarheit eingebüßt hat.

Fazit: Ein gelungener Auftakt für eine neue Liebesgeschichte mit Fantasyeinschlag. Trotz kurzer genervter Momente durch zumindest einen schwierigen Charakter und etwas zu viel Unentschlossenheit habe ich das Buch insgesamt gerne gelesen und freue mich schon auf den Rest der Reihe. 4 von 5 Sternen.




 Die Firelight-Trilogie
  1. "Brennender Kuss" (Aug. 2011, engl. Originaltitel: "Firelight")
  2. "Flammende Träne" (Nov. 2012, engl. Originaltitel "Vanish")
  3. "Leuchtendes Herz" (Nov. 2013, engl. Originaltitel "Hidden")

Allgemeine Informationen

Ausgabe: Gebunden
Seiten: 334
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3785570463
Preis: € [D] 17.95

Weitere Informationen auf der Verlagshomepage

Rezension zu "The Hunger Games" von Suzanne Collins

 

 Ein Kampf um Leben und Tod

Einen kleinen Hype um die "Hunger Games"-Trilogie von Suzanne Collins gibt es nun schon seit einer ganzen Weile und auch ich spielte schon seit Monaten mit dem Gedanken die Bücher zu lesen, habe es aber immer wieder rausgezögert, denn zu oft enttäuschen mich gerade die hochgelobten Reihen. Jetzt habe ich aber endlich den ersten Teil, "The Hunger Games", gelesen und bin zu der Einsicht gekommen, dass die allgemeine Begeisterung absolut gerechtfertig ist.

Zum Inhalt: Die Erde wurde in einer nicht näher benannten Zukunft durch Naturkatastrophen zerstört. In Nordamerika entstand das neue Land Panem, das aus 13 unterschiedlich reichen Distrikten und dem Capitol bestand. Nach einem zur Handlungszeit des Romans mehrer Jahrzehnte zurückliegenden Aufstands der Distrikte gegen die Regierung wurde Distrikt 13 zerstört und die übrigen zwölf Distrikte unterworfen. Seitdem müssen sie jedes Jahr jeweils einen Jungen und ein Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren auslosen, die in den "Hunger Games" zur Belustigung der Massen und zur dauerhaften Erinnerung an den niedergeschlagenen Aufstand gegeneinander antreten, bis nur noch einer von den 24 Teilnehmern am Leben ist.
Katniss ist 16, lebt im ärmlichen Distrikt 12 und ernährt durch die Jagd im Wald ihre Mutter und ihre kleine Schwester Prim fast allein. Als das Los auf ihre gerade einmal 12jährige Schwester fällt, meldet sich Katniss freiwillig für die Spiele und reist zusammen mit Peeta, dem männlichen Kandidaten ihres Distrikts, nach Capitol. Eigentlich haben die Kandidaten aus den ärmeren Distrikten nie eine Chance gegen die gut ausgebildeten Teilnehmer der reicheren, die "Career Districts" genannt werden. Doch Katniss hat durch die Jagd Fähigkeiten erworben, von denen keiner ahnt...

Die 16-jährige Katniss tritt als Ich-Erzählerin in Erscheinung und war für mich alles andere als ein Charakter zum verlieben. Trotzdem bin ich begeistert von dieser Protagonistin, denn die Autorin hat sie mit aller Konsequenz an erster Stelle glaubwürdig gemacht, auch wenn einige ihrer Charaktereigenschaften dadurch nicht gerade sympathisch sind. Sie ist oft unterkühlt, berechnend, gibt sich unnahbar, traut niemandem und erlaubt sich nur selten auch mal schwächere Momente, die zusammen mit einigen Rückblicken in ihre schwere Vergangenheit die einzigen Anhaltspunkte für ihren "weichen Kern" sind, der ansonsten unter viel äußerer Härte verborgen bleibt. Mit ihren sarkastischen bis zynischen Zügen hat sie allerdings auch hohen Unterhaltungswert und die Kombination aus allem passt einfach perfekt zu ihrer Geschichte. Sie lebt in einer gefährlichen Welt und musste durch den frühen Tod ihres Vaters schon als 11jährige beginnen, ihre Familie zu ernähren.

Für ein Jugendbuch ist die Handlung durchaus starker Tobak, sodass ich der Altersempfehlung bei Amazon (11-17) nicht ganz zustimmen würde. Bei soviel Blut und Gewalt kann man gerne auch erst mit 14 zu diesem Buch greifen. Alles ist sehr erschreckend und auch für die Protagonistin selbst makaber und grotesk. Denn die Ausgelosten müssen nicht nur in einer weitläufigen Arena, die eine beliebige Beschaffenheit haben kann, für ihr eigenes Überleben sorgen und dabei nach Möglichkeit ihre Kontrahenten töten, sondern sich zuvor auch noch dem Publikum präsentieren und einen möglichst positiven, bleibenden Eindruck hinterlassen. Denn wer vorher genug Sponsoren sammelt, kann während der Zeit in der Arena von außen durch Nahrungs- und Hilfmittel unterstützt werden. So sind Katniss und Peeta gezwungen sich für die Massen, die sich später durch ihren Todeskampf unterhalten lassen wollen, schön zu machen und Teil einer abstoßenden Show zu werden, um ihren Nachteil aus einem armen Distrikt zu stammen ausgleichen zu können.

Sprachlich ist "The Hunger Games" wirklich überzeugend und auch die Atmosphäre und der Spannungsverlauf haben mich begeistert. Zwischen Bedrückung und Angst um die Protagonisten war ich so von der Handlung gefesselt, dass ich das Buch fast ohne Unterbrechung durchgelesen, ja nahezu eingeatmet, habe. Die Autorin verliert sich nicht in unnötigen Nebenhandlungen und bis auf einige emotionale Rückblicke in Katniss Vergangenheit, die helfen ihren Charakter zu verstehen, wird die Geschichte sehr gradlinig erzählt. Die Stimmung wechselt dauernd, ist mal traurig, mal schockierend, aber auch ein wenig romatisch. Alle Protagonisten sind sehr abwechslungsreich, ebenso gut ausgearbeitet wie Katniss und interessant.

Das Einzige, mit dem ich mich nicht vollständig anfreunden konnte, ist das Ende. Es ist ohne Frage so, wie ich es mit dem Wissen, dass es noch zwei Folgeteile geben wird, erwartet hatte. Keine allzu große Überraschung also, aber meiner Meinung nach in Anbetracht der Grausamkeit dieser Welt nicht hundertprozentig glaubhaft. Mit einem anderen Ende hätte "The Hunger Games" sicher auch ein sehr starker Einzelband sein können und ich bin - obwohl die den Klappentext des zweiten Teils schon kenne und somit weiß, wie es weiter gehen soll - noch nicht wirklich sicher, ob die Geschichte tatsächlich das Zeug dazu hat noch zwei weitere Male zu funktionieren. Ich habe etwas Angst, dass es zu konstruiert werden könnte. Nichtsdestotrotz habe ich mich vorläufig mit dem Ende abgefunden, da es für die Fortsetzbarkeit eben nötig ist.

Was das Cover angeht, so habe ich mit meiner Ausgabe, die auch Teil dieser englischsprachigen Trilogiebox ist, für meinen Geschmack eines der am wenigsten schönen erwischt. Ausgaben, auf denen der Vogel mit Pfeil golden dargestellt ist, finde ich deutlich ansprechender. Für ein englisches Taschenbuch finde ich die Qualität des Drucks und des (leicht grauen) Papiers allerdings gut. Die deutschen Ausgaben, die unter dem Titel "Die Tribute von Panem" veröffentlicht werden, haben rein optisch ebenfalls ein sehr ansprechendes Cover, nach der Lektüre finde ich es aber schade, dass die Symbolik des Vogels mit dem Pfeil bei dieser Gestaltung verloren gegangen ist.

Fazit: Sehr überzeugend ausgearbeitete Dystopie mit sehr glaubwürdigen Charakteren, die einen Kampf auf Leben und Tod führen. Blutig, traurig und bedrückend. Trotz meiner Meinung nach eher schwachem Ende war ich so gefesselt und begeistert, dass ich 5 von 5 Sternen vergebe. Ich hoffe die beiden Folgeteile halten das Niveau. Klare Leseempfehlung! 

 "Hunger Games"-Triology
  1. "The Hunger Games" (2008, deutscher Titel: "Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele")
  2. "Catching fire" (2009, deutscher Titel: "Die Tribute von Panem: Gefährliche Liebe")
  3. "Mockingjay" (2010, deutscher Titel: "Die Tribute von Panem: Flammender Zorn")

Rezension zu "Riley - das Mädchen im Licht" von Alyson Noël

 
Wenn Oberflächlichkeit alles ist...

"Riley - Das Mädchen im Licht" von Alyson Noël habe ich spontan gelesen, da mir Thematik und Cover gefielen. Jetzt, wo ich es durch habe, kann ich nur sagen: Gott sei Dank hatte es weniger als 200 Seiten und war daher nicht eine allzu schmerzhafte Verschwendung meiner Lebenszeit. Außer Oberflächlichkeit hat dieses Buch einfach gar nichts zu bieten...

Zum Inhalt: Riley ist gerade einmal 12 Jahre alt, als sie und ihre Eltern bei einem Autounfall sterben. Nach ihrem Tod fiel es ihr schwer ihr altes Leben und ihre große Schwester Ever zu verlassen und sie blieb noch ein wenig als Geist auf der Erde. Doch irgendwann wagte sie den Weg über die "Brücke" und lebt jetzt mit ihrer Familie im "Hier". Dort wird jedem vom Rat eine Bestimmung zugewiesen und Rileys soll es sein Seelen, die wie zuvor sie selbst noch nicht über die Brücke kommen wollten, zu überzeugen. Dazu bekommt sie einen Lehrer zugewiesen, ausgerechnet den uncoolen Bodhi, und muss sich gleich an eine schwierige Aufgabe machen, an der schon viele gescheitert sind...

Erst als ich das Buch schon gelesen hatte, habe ich erfahren, dass es sich um ein Spin-Off der "Evermore"-Reihe von Alyson Noël handelt, bei der Riley wohl als Schwester der Hauptfigur Ever eine Nebenrolle spielt. Ich habe bisher keines der "Evermore"-Bücher oder etwas anderes von der Autorin gelesen und bin nicht der Ansicht, dass die "Riley"-Reihe ein Vorwissen erfordert.

Für mich war an diesem Buch einfach rein gar nichts überzeugend. Alles ist oberflächlich. Besonders Riley ist eine dermaßen unreife, dumme, unsympathische und auf Äußerlichkeiten fixierte Person, dass es mich beim Lesen einfach nur nervte. Ihre Rolle in diesem Roman ist zudem überhaupt nicht glaubhaft. Warum sollte ein allwissender Rat einer so kindischen Protagonistin eine wichtige Aufgabe erteilen? Warum sollte man so ein zur emotionalen Interaktion mit anderen Menschen, die über ihre Kleiderwahl hinausgeht, scheinbar unfähiges kleines Kind auf verwirrte arme Geister loslassen und erwarten, dass sie die Reife und die Überzeugungskraft besäße diese zum Übergang ins "Hier" zu bewegen? Zumal der Rat den erwachseneren Bewohner des "Hiers" Aufgaben wie das Malen von Bildern oder das Surfen zuweist.

Bei ihrem Führer Bodhi beschränkt sich Riley nur darauf, wie uncool er ist, nennt in Loser, weil er eine weniger schöne Brille trägt und beginnt erst sich mal in ein paar Sätzen seinem Charakter zu widmen, als sich sein äußeres Erscheinungsbild ändert. Bis dahin interessiert sie nichts anderes. Vielleicht bin ich selbst Schuld. Ich hätte mich von dem wirklich hohlen Zitat aus "Buffy - Im Bann der Dämonen" abschrecken lassen sollen, welches den Roman eröffnet: "I may be dead, but I'm still pretty"/"Ich mag zwar tot sein, aber ich bin immer noch hübsch". Als ich das gelesen habe, habe ich schon Böses geahnt - welche Gründe sollte man haben ein dermaßen dämliches Zitat abzudrucken, es sei denn, der Inhalt wäre ähnlich leer und oberflächlich? Richtig: Keinen! Ich hätte es wissen müssen...

Trotz ihre Oberflächlichkeit ist die Ich-Erzählerin in dem ihr zugewiesenen Aufträgen natürlich überragend. Was niemand vor ihr geschafft hat, erledigt sie als 12-jährige Anfängerin im Handumdrehen. Sorry, kein bisschen glaubhaft. Noch ein bisschen schwerer fiel mir das Glauben an die Geschichte durch die Schnelligkeit, mit der sie erzählt wird, durch kein erkennbares Interesse an Details und durch die fehlenden Erläuterungen der groben Hintergründe. Auch in der Handlung fehlt also einfach jegliche Tiefe.

Nur gelegentlich kommt bei der konstruiert wirkenden Handlung und der unsympathischen, unnatürlich wirkenden und handelnden Riley ein bisschen Witz auf: Nämlich dadurch, dass im "Hier" alle erfahreneren Geister die Gedanken der anderen lesen können. So weiß Bodhi immer, wann Riley ihn als Loser beschimpft. Das ist am Anfang ganz unterhaltsam, ändert sich aber schnell durch Rileys Beratungsresistenz und Dummheit. Irgendwann hatte ich mit Bodhi nur noch Mitleid, auch wenn sein Charakter genauso blass und eindimensional bleibt wie alle anderen.

Leider hat auch die Sprache nichts Herausragendes zu bieten. Sie ist flüssig zu lesen, aber auch einfach. So bleibt das einzig Schöne für mich das weiße Cover mit der Blume, deren Pollen in Vögel übergehen. Dieses Cover soll wohl etwas die Verbindung zur "Evermore"-Reihe schaffen, deren Cover ja ebenfalls Blumen zieren, passt aber weniger zur Handlung als das englische Cover, das auch ganz ansprechend ist.

Fazit: Einfach nur enttäuschend. Platt und oberflächlich. Nur 1 Stern.

Rezension zu "Mein Winter mit Grace" von Richard Paul Evans


Das Ende der Naivität

"Wer war sie? Sie war meine erste Liebe. Diejenige, die ich als Erste küsste. Sie war ein kleines Zündholzmädchen, das die Zukunft in der Flamme einer Kerze sehen konnte. Sie war eine Ausreißerin, die mit mehr über das Leben beigebracht hat als irgendjemand zuvor oder danach, mir ihr verlor ich meine Naivität." (S. 16)

Mit diesen Worten aus dem Prolog leitet der mittlerweile erwachsene Eric, der Ich-Erzählerin in "Mein Winter mit Grace" von Richard Paul Evans, 44 Jahre nach ihrer gemeinsamen Zeit seine Erzählung über Grace ein, die so rührend und schön geschrieben ist, dass sie auf Anhieb zu einem meiner Lieblingsbücher geworden ist.

Inhalt: 1962 zog der 14-jährige Eric mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder Joel aus Karlifonien wegen einer Erkrankung seines Vaters und finanzieller Nöte der Familie nach Salt Lake City. Bei seiner Arbeit dort in einem Burger-Restaurant erwischt er seine Mitschülerin Grace dabei, wie sie die Mülltonnen durchsucht und erfährt, dass sie von zu Hause fortgelaufen ist. Da es kalt ist und schon der erste Schnee fällt, lädt er sie ein sich in der Hütte zu verstecken, die er mit seinem Bruder gebaut hat. In den Wochen, in denen sie dort bleibt, verliebt sich Eric in sie, erfährt aber auch Dinge von ihr, die seine bisherige kindliche Sicht auf die Welt zerstören...

Der Ich-Erzähler Eric ist noch sehr kindlich. Trotz der Krankheit seines Vaters und der Geldsorgen der Familie führt er ein behütetes Leben und versteht daher zuerst gar nicht, warum Grace von zu Hause weggelaufen ist und auf keinen Fall zurück möchte. Als Leser weiß man dank Vorwort schon, welches ernste Thema sich hinter dieser rührenden Liebesgeschichte verbirgt und der Autor setzt dieses Ende von Erics unbeschwerter Kindheit wirklich sehr ergreifend um. Eric macht im Laufe des Romans eine glaubhafte, überzeugende Wandlung vom naiven Kind zum desillusionierten Erwachsenen durch und erzählt, wie seine Erfahrungen mit Grace ihn für den Rest seines Lebens beeinflussen.

Grace, deren Tagebucheinträge jedes Kapitel eröffnen, ist ein ernsterer Charakter, der in diesem Winter mit den Brüdern Eric und Joel seit langer Zeit wieder lernt glücklich zu sein und an das Gute im Menschen zu glauben. Die Liebesgeschichte zwischen der für ihre Alter sehr reif aber auch hilflos wirkenden Grace und dem unbeholfenen Eric, der zum ersten Mal mit einem Mädchen, noch dazu einem, das er im Gartenhaus vor den Eltern versteckt, zusammen ist, ist einfach nur wunderschön und doch auch sehr traurig, wozu auch der sehr einfühlsame Schreibstil beiträgt. Am Ende hatte ich Tränen in den Augen.

Sowohl das deutsche Cover mit der verschneiten Parkbank als auch das englische Cover, das mit der Kerze ein bisschen stärker das Weihnachtliche in der Geschichte betont, finde ich übrigens sehr schön.

Fazit: Eine rundum wunderschöne, traurige Geschichte über die erste, unbeholfene Liebe und das Ende einer behütetet Kindheit. Ein tolles Buch. 5 Sterne 

"Mein Winter mit Grace" von Richard Paul Evans bei Amazon.de (engl. Originaltitel: "Grace")

Dienstag, 21. Februar 2012

7 Days 7 Books - Tag 2

Kurz vorm Schlafengehen gibt es heute noch meine Tageszusammenfassung für die "7 Days 7 Books"-Aktion. Der zweite Tag ist zu Ende und ich habe wie gestern wieder zwei Bücher gelesen.

Zuerst einmal bin ich aber noch ein Update von gestern abend schuldig. Da habe ich nämlich nach meinem Post noch die restlichen 100 und ein bisschen Seiten von

"Mein Winter mit Grace" von Richard Paul Evans 

gelesen. Es bleibt eigentlich bei meiner Meinung: Tolles Buch mit einer rührenden Geschichte. Wie voraus zu sehen war, hatte ich auch noch ein bisschen Pippi in den Augen, denn das Ende geht echt an die Nieren. Sehr schönes Buch. 

Danach wollte ich in der letzten halben Stunde vorm Einschlafen noch ein bisschen was Seichteres lesen und habe noch etwa 50 Seiten von folgendem Buch angefangen, was ich dann heute am späten Mittag, als ich nach Hause gekommen bin, weitergelesen habe:

 "Riley - Das Mädchen im Licht" von Alyson Noel
192 Seiten

Aktueller Stand: Durchgelesen

Inhalt:  Riley Bloom hat einen ganz neuen Lebensabschnitt vor sich - den Tod. Durch einen Autounfall wurde sie aus dem Leben gerissen und von ihrer Schwester Ever getrennt. Ein Abschied, der ihr so schwerfiel, dass sie noch eine Weile als Geist auf der Erde blieb. Aber da auch das schönste Geisterleben einmal ein Ende haben muss, überquerte Riley schließlich die Brücke ins Jenseits. Nur kann sie dort leider auch keine Ruhe finden, denn vom großen Rat wird ihr eine besondere Aufgabe zugeteilt: Sie soll auf der Erde verlorene Seelen einfangen. Und ausgerechnet der langweiligste Junge, dem sie je begegnet ist, wird ihr dabei zur Seite stehen. Riley hat sich das irgendwie anders vorgestellt. Zum Glück hält der Tod noch so einiges für sie bereit ...

Kurze Meinung: Tja, was soll ich sagen. Ich hatte auf etwas Seichteres gehofft, aber soooo seicht hätte es dann doch nicht sein müssen. Das einzig Positive an dem Buch ist, dass es mit nicht einmal 200 Seiten echt kurz ist. Das wars. Es ist oberflächlich ohne Ende, die Charaktere und die Handlung fand ich nicht glaubwürdig. Da ich die "Evermore"-Reihe nie gelesen habe, weiß ich nicht ob Riley dort als Schwester von Ever erträglicher ist: Hier fand ich sie schrecklich. Mitgenommen hatte ich es wegen des Covers, aber das wars für mich mit der Reihe, denke ich.

Danach habe ich mich dann an einen Thriller gemacht und zwar an diesen hier:

"Die Pforte" von Patrik Lee
384 Seiten

Aktueller Stand: Durchgelesen

Inhalt: Ein Forschungszentrum in der Einöde Wyomings Mitte der siebziger Jahre. In einem Laboratorium tief unter der Prärie beginnt ein Experiment. Doch das geht anders aus als geplant. Und unerwartet öffnet sich die Tür zu einer anderen Welt. Es wird das bestgehütete Geheimnis des Planeten. Und auch das gefährlichste. Über dreißig Jahre später stößt Expolizist Travis Chase mitten in der eisigen Gebirgslandschaft Alaskas auf ein riesiges Flugzeugwrack. Es ist voller Leichen. Todesursache: Kopfschuss. Unter den Opfern: die First Lady der USA. Unvermittelt sieht sich Travis als wichtigste Figur in einem apokalyptischen Spiel. Der Einsatz: die Zukunft der Erde.

Kurze Meinung: Habe ich mir eigentlich nur ausgeliehen, weil ich den Nachfolger "Dystopia" bei vorablesen.de bekommen habe. Hat mir ziemlich gut gefallen, ein spannender Sci-Fi-Thriller mit viel Action, etwas Gefühl und vor allem einem richtig packenden Ende. Kleiner Kritikpunkt: Die Anzahl der Leichen unterliegt scheinbar einem exponentiellen Wachstum. Ich habe schon lange nichts mehr mit so viel Gemetzel gelesen. Trotzdem würde ich am liebsten den zweiten Teil jetzt direkt weiterlesen - vielleicht mache ich das morgen auch direkt ;).

 Und nun: Weiterhin viel Spaß an alle Mitlesenden, gute Nacht und bis morgen ;)