Dienstag, 28. Februar 2012

Rezension zu "Beastly" von Alex Flinn


Ein modernes Märchen

"Beastly" von Alex Flinn erzählt keine neue Geschichte, sondern arbeitet das bekannte Märchen "Die Schöne und das Beast" zu einer modernen NewYorkCity-Liebesgeschichte um und das auf eine so charmante Art und Weise, dass ich absolut begeistert bin.

Zum Inhalt: Der 15jährige Kyle hat alles: Einen reichen Vater, der ihm die Privatschule bezahlt und keine Grenzen setzt, und ein blendendes Aussehen. Er geht mit dem schönsten Mädchen zum Ball und wird zum Ballkönig gewählt. Alles scheint perfekt, doch in seinem Inneren ist Kyle ein schlechter Mensch, der aus Spaß andere verletzt, mobbt und vorführt. Um ihn für seinen schlechten Charakter zu bestrafen, beschließt die Hexe Kendra ihn in eine Bestie zu verwandeln. Sie gibt ihm zwei Jahre Zeit, um den Fluch zu brechen, wenn er ein Mädchen findet, dass ihn trotz seines Äußeren liebt und küsst...

In "Beastly" tritt Kyle, das Biest, selbst als Ich-Erzähler auf und man erlebt als Leser hautnah mit, wie sein Welt- und Selbstbild zusammenbricht. Er erkennt mit der Zeit die Fehler seines oberflächlichen Lebens, die Falschheit seiner Freunde und den Egoismus seines Vaters, der nicht mehr mit ihm zusammenleben will und ihn stattdessen mit Haushälterin und blindem Privatlehrer in eine leeres, dunkles Haus abschiebt. Der Charakter schwankt zwischen Selbstaufgabe, Hoffnung und herrlicher, fast kindlicher Begeisterung. Mit der Zeit verwandelt sich der überhebliche, oberflächliche Kyle in den gutherzigen, liebenswerten Adrian, der viel liest und Rosen züchtet. Ich konnte mich für diesen Ich-Erzähler richtig begeistern und mich dank der Tiefe dieses Charakters in seine Geschichte gut einfühlen.

Auch der weibliche Part der Geschichte, Lindy, ist ein überzeugender Charakter, in den Kyle sich leicht verlieben kann, auch wenn er sie früher nie beachtet hätte. Denn erfrischenderweise ist Lindy nicht die makellose Schönheit sondern ein normales Mädchen, das mit einem drogensüchtigen Vater kein einfaches Leben führt.
Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist sehr gefühlvoll und bekommt besonders durch die Ich-Perpektive des unsicheren Kyles einen ganz eigenen Charme. Zwischendurch wird es auch mal ein wenig kitschig, aber es ist ein Märchen. Das gehört irgendwie dazu und hat mich nicht sonderlich gestört.

Sehr gut gefallen haben mir außerdem die Chat-Passagen, in denen sich mehrere Wesen, die sich mit dem Thema Verwandlung auseinandersetzen, treffen und austauschen. Auch wenn der Froschkönig mit Schwimmhäuten schlecht tippen kann, sind diese Chats richtig witzig, denn nicht immer bleiben die Figuren freundlich oder ernsthaft, sondern werden zynisch, bissig oder machen Scherze.

Mein Fazit: Berührende Neufassung von "Die Schöne und das Biest" im modernen New York City. Sprachlich überzeugend und mit glaubhaftem, sympathischem Ich-Erzähler. 5 Sterne, sehr empfehlenswert! 

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Kommentare:

  1. Das Buch habe ich zwar nicht gelesen aber den Film habe ich gesehen und er war einfach Klasse kann den Film auch nur empfehlen
    LG

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    1. Hallo,
      den Film habe ich noch nicht gesehen, jetzt wo ich das Buch kenne, möchte ich das aber bald nachholen.

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