Dienstag, 25. Februar 2014

Kochbuch-Rezension: "Grüße aus meiner Küche" von Lisa Nieschlag und Lars Wentrup



Ideen für Mitbringsel aus der eigenen Küche
 

„Grüße aus meiner Küche“ von Lisa Nieschlag und Lars Wentrup ist ein Kochbuch, das zusätzlich Verpackungsideen und Kopiervorlagen für Etiketten und Bastelmaterialien liefert, um die zubereiteten Kleinigkeiten aus der eigenen Küche als nette Geschenke und Mitbringsel herzurichten.

Natürlich habe ich vor dieser Rezension einige Rezepte aus dem Kochbuch ausprobiert und auch – mit den eigenen Möglichkeiten – ein wenig geschenktauglich verpackt. Dabei habe ich mich an das gehalten, was die Autoren des Buches selbst vorschlugen: „charmant und mit wenig Aufwand verpacken“, und dabei „viele Utensilien aus dem Haushalt“ verwenden. Um anschaulicher darzustellen, wie das funktioniert hat, habe ich mich dazu entschlossen, meine Umsetzung von fünf Rezepten in Bildern festzuhalten beziehungsweise diese als kleine Diashow in einem Video (siehe unten) zusammenzustellen und dieser Rezension beizufügen.


Die Rezepte des Buches sind unterteilt in „süß“ und „salzig“ – wobei „salzig“ in dem Zusammenhang natürlich etwas wortentfremdet für Herzhaftes steht. Der Schwierigkeitsgrad der Rezepte ist im Großen und Ganzen nur als einfach zu bezeichnen. Wirklich raffinierte, ungewöhnliche Dinge sind eher nicht dabei, stattdessen viele Kleinigkeiten, die auch Küchenanfänger ohne großen zeitlichen Aufwand umsetzen können. Auch der Wareneinsatz hält sich in Grenzen. Die Zutaten sind in jedem Supermarkt erhältlich, die Rezepte fast ausschließlich vegetarisch. Für ambitionierte Hobbyköche, die sich vielleicht etwas ausgefallenere Mitbringsel-Ideen erhoffen, bietet dieses Kochbuch zumindest kulinarisch also wahrscheinlich wenig Inspiration, für Anfänger dagegen ist es – mit kleinen Einschränkungen – sehr gut geeignet. Vielleicht hätte man sich hier noch um eine ausgewogenere Rezeptvielfalt bemühen können, die auch höhere Schwierigkeitsgrade mit einschließt.


Die Präsentation der Rezepte ist sehr auf die Darstellung fokussiert. Schöne Bilder und graphische Details dominieren die Seiten, die Anleitungen der Rezepte dagegen sind oft kurz. So sehr ich die unkomplizierte Auswahl der Zutaten aber beispielsweise schätze, muss ich doch sagen, dass die Beschreibungen ab und an ausführlicher hätten sein dürfen. Spricht das Rezept für „Zwiebel-Chutney“ beispielsweise von „Essig“ ist das ziemlich allgemein gehalten und liefert vielleicht gerade einem Anfänger nicht gerade die Sicherheit bei der Auswahl der Zutaten, die wünschenswert wäre. Ein kleiner Hinweis, welchen Essig die Autoren sich darunter vorstellen, ob Weißwein-, Himbeer-, Apfelessig…, wäre da doch hilfreich. (Ich habe zur Hälfte Weißwein- und zur Hälfte die Reste eines selbstgemachten Ingwer-Vanille-Essigs verwendet, was sehr gut schmeckte.)


Auch die teilweise rein graphische Darstellung einfacher Rezepte, in Form kleiner Zeichnungen, finde ich nur optisch gelungen. Keine Zutatenliste, verschiedene Schriften, Zutaten hineingeschrieben in die Bilder – da übersieht man doch zu schnell mal was. Es ist hübsch, aber weniger praktisch.

Auch bei den Verpackungsideen dominiert die Optik. Der Stil ist dieser leicht rustikale, etwas verspielte Look mit gedeckteren Farben und nur wenigen intensiveren in Kombination mit Naturtönen, fotografiert meist auf Holz in älterem Zustand, wie er schon eine ganze Weile modern ist. Was das angeht, erfindet „Grüße aus meiner Küche“ das Rad also nicht neu, aber die Verpackungsideen sind durchaus süß und vor allem zu Hause nachvollziehbar. Auch zum Glas mit Tierchen vom Titelbild gibt es eine Anleitung.


Leider sind einige Präsentationen in meinen Augen als Geschenkverpackung nicht wirklich brauchbar. Ein Bändchen um die Kekse oder ein Pappvögelchen in den Muffin gesteckt – das ist hübsch anzusehen aber, sofern sich der zu Beschenkende nicht im selben Haushalt aufhält, wenig praktisch. In der Regel steht ja vorm Verschenken der Transport und dazu muss der Mensch zumeist das Haus verlassen, bei Wind und Wetter über die Straße oder gar das Auto oder andere Verkehrsmittel nutzen. Der Aspekt der transportierbaren Verpackung – nicht nur schön anzusehen, auf einem Foto, sondern auch praktisch, nutzbar – hat mir daher mehrere Male gefehlt.

Die beigefügten Kopiervorlagen für Etiketten und Gruß-Anhänger haben mir insgesamt sehr gut gefallen. Sie eignen sich zum Verzieren, sind abwechslungsreich genug, um für jeden Anlass passendes zu finden, und schön gestaltet.


Auch die getesteten Rezepte konnten insgesamt überzeugen. Bei den Umsetzungen gab es keine Probleme, abgesehen von den bereits erwähnten Bedenken bezüglich Darstellung und Ausführlichkeit mancher Rezepte. Persönlich hätte ich mir weniger gängige Dinge wie Kekse, Kuchen oder Muffins gewünscht und stattdessen vielleicht mehr ausgefallene, pfiffige Rezepte in der Kategorie „salzig“, da dies einfach seltenere und somit überraschendere Mitbringsel sind.

Fazit: "Grüße aus meiner Küche" ist ein nettes Kochbuch mit einigen schönen Verpackungsideen. Die Rezepte sind größtenteils einfach und für Anfänger geeignet, die Verpackungsideen sind einfallsreich, die Kopiervorlagen sehr hilfreich und die Küchenergebnisse schmecken. Etwas weniger Augenmerk auf die optischen Aspekte für die Fotos und dafür eine stärkere Berücksichtigung der praktischen Umsetzbarkeit wäre für mich ebenso wünschenswert gewesen wie mehr Raffinesse bei den Rezepten. Der erfahrene Selbstmacher findet hier eher wenig. Insgesamt vergebe ich 4 Sterne für ein Buch mit schönen Ideen und einer hübschen Gestaltung, das gut, aber eben nicht perfekt ist.  




Allgemeine Informationen

Ausgabe: Flexibel gebunden
Erschienen: Januar 2014
Seiten: 112
ISBN: 978-3-88117-921-8
Preis: € [D] 16.95

Kaufmöglichkeit und weitere Informationen auf der Verlagshomepage zum Buch.
Das Buch ist auch zu finden bei BloggDeinBuch.


 DIASHOW





Keine Kommentare:

Kommentar posten