Samstag, 15. März 2014

Rezension zu "Das geraubte Paradies" von Bernd Perplies


Überzeugender Abschluss endzeitlichen Trilogie!

„Das geraubte Paradies“ von Bernd Perplies ist der letzte Band der endzeitlich-dystopischen Trilogie, zu der auch „Flammen über Arcadion“ und „Im Schatten des Mondkaisers“ zählen. Mit auffallend schön gestaltetem Cover schließt der dritte Band sich optisch schon einmal dem Rest der Reihe an – und inhaltlich? Ist „Das geraubte Paradies“ der würdige Abschluss, den die beiden starken Vorgänger verdienen?

http://www.egmont-lyx.de/buch/das-geraubte-paradies/
Zum Inhalt: Jonan, Carya und Pitlit haben den Hof des Mondkaisers in Francia verlassen. Sie sind auf dem Weg in die Berge, wo die Schwarze Zone liegt, aus der noch nie ein Mensch lebend zurückgekehrt sein soll. Liegt dort wirklich das Versteck der Erdenwacht, der geheimen Organisation, bei der Carya Antworten zu ihrer eigenen Herkunft zu finden hofft? Viel Zeit bleibt ihnen allerdings nicht, denn Francia, Arcadion und Austrogermania steuern auf einen großen Krieg hin, der das ganze Land bedrohen könnte…

Der dritte und somit letzte Band der Trilogie schließt unmittelbar dort an, wo der zweite endete. Der Aufenthalt der Hauptfiguren Carya und Jonan, aus deren Sicht auch der letzte Band erzählt wird, in Francia am prächtigen Hofe des Mondkaisers liegt hinter ihnen. Sie sind dem Rätsel von Caryas Herkunft ein gutes Stück näher gekommen – allerdings auch auf ein neues Rätsel gestoßen: Die Erdenwacht. Versteckt in der angeblich tödlichen Schwarzen Zone. Dorthin geht die Reise nun und das ebenfalls in gewohnter Manier der beiden ersten Bände. Die Atmosphäre, die der Autor durch die Beschreibung der zerstörten und verwaisten Landschaft seiner Zukunftsversion Europas aufbaut, ist packend, düster und in jedem Punkt harmonisch. Unterstützt wird die Stimmung des Romans durch einen Schreibstil, der flüssig und erzählerisch stark ist und die bildgewaltigen wie auch emotionalen Momente der Reise immer wieder durch passende Worte gekonnt einfängt.


Ansonsten kann „Das geraubte Paradies“ durch einen spannenden und vor allem recht vielfältigen Handlungsverlauf überzeugen. Mehrere Wendungen überraschen den Leser mit neuen Situationen und ein mehrmaliger Wechsel des Settings lässt keine Langeweile aufkommen. Von der einsamen Trümmerlandschaft zur Gesellschaft fragwürdiger Nebenfiguren bis hin zur geheimnisvollen Erdenwacht, dem zweifellos eindrucksvollsten Gebilde der gesamten Trilogie, zeigt die Geschichte alle erdenklichen Facetten der endzeitlichen Landschaft mit futuristischen Elementen.

Nach dem tiefreligiösen Arcadion und dem prunkvollen Hof Francias hat sich der Autor mit der Erdenwacht seinen größten Trumpf für das starke Finale aufgehoben und dazu kann man ihn wohl nur beglückwünschen. Bei allen Spekulationen, die durchaus schon in die richtige Richtung gingen, war das sich letztendlich ergebene Bild doch mehr als gewaltig und absolut überzeugend. Das Setting dieses letzten Bandes hat mich noch mehr begeistert als von den Handlungsorten der ersten beiden Bände, die in diesem Punkt ebenfalls schon sehr stark waren.

Im Mittelpunkt des letzten Bandes steht natürlich endgültig Caryas Herkunft und das Rätsel um ihre Fähigkeiten. Alles wird mit einigen Überraschungen in sich schlüssig aufgeklärt. Carya und Jonan bleiben auch im letzten Band die interessanten und gut durchdachten Charaktere, die sie die gesamte Reihe über bereits waren. Auch die Nebencharaktere überzeugen weiterhin, angefangen vom Straßenjungen Pitlit, der selbstverständlich weiterhin Teil der Gruppe ist, bis hin zu allerhand Führungspersonal der einzelnen Reiche. Im letzten Band kommt noch einmal alles zusammen. Es wird wieder gefährlich für das bereits durch den Sternenfall gebeutelte Festland Europas – Krieg steht bevor. Das Ende versprach also nicht nur spannend, sondern auch explosiv zu werden und dieses Versprechen konnte es einhalten.

Fazit: Mit „Das geraubte Paradies“ liefert Bernd Perplies ein rundes Ende für seine Arcadion-Trilogie, das in allen Punkten Aufklärung bringt und obendrein spannend erzählt wird. Hier bleiben keine Wünsche offen. 5 Sterne




Die Trilogie (mit Links zu Amazon.de)
  1. "Flammen über Arcadion" (Sep. 2012) - Rezension
  2. "Im Schatten des Mondkaisers" (März 2013)  - Rezension
  3. "Das geraubte Paradies" (Sep. 2013)

Allgemeine Informationen

Ausgabe: Gebunden
Seiten: 512
Verlag: LYX
ISBN: 978-3802586392
Preis: € [D] 19.99

Leseprobe und weitere Informationen auf der Verlagshomepage





Kommentare:

  1. Hach, ich liebe dieses Buch! :) Für mich blieben ebenfalls keine Wünsche mehr offen. Obwohl, doch: Das man eventuell eine Kurzgeschichte zur Trilogie schreibt... es gibt mittlerweile so viele eShorts, die ich nicht sooo interessant finde, aber zu Arcadion hätte ich echt gerne mehr gelesen. :D

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    1. Ich bin ja nicht der größte Fan von eShorts (und ich habe keinen Reader ;) ), deswegen gehört das nicht zu meinen Wünschen. Mir reicht eine Trilogie und ich alles wichtige sollte da drinstehen. Außerdem wird die Geschichte ja schon aus zwei Perspektiven geschrieben.

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  2. Ich sollte endlich mal wieder Bernd Perplies lesen. War total begeistert vom ersten teil der Magierdämmerung, aber dann habe ich irgendwie keine Lust mehr auf das Weiterlesen gehabt.

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    1. Ja, solltest du ;) Arcadion kann ich dir wirklich empfehlen

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