Samstag, 10. November 2012

Rezension zu "Kings of Cool" von Don Winslow


sprachlich speziell und wirklich "cool"

"Kings of Cool" von Don Winslow ist ein Roman über Drogen und Gewalt im sonnigen Laguna Beach, in dem der Autor erneut aus dem Leben seiner Protagonisten aus "Zeit des Zorns" (unter dem englischen Titel "Savages" seit Kurzem auch im Kino) berichtet - allerdings als Prequel, sodass es Vorkenntnisse beim Lesen nicht nötig sind.

Inhalt: 2005 in Laguna Beach. Die jungen Freunde Ben, Chon und O betreiben eine erfolgreiche Marihuana-Zucht in Laguna Beach, Kalifornien. Doch ihr Erfolg ruft korrupte Polizisten und die Drogenmafia auf den Plan, die mitverdienen möchten. Während Chon als Navy Seal im Einsatz ist, versucht Ben die unterschiedlichen Parteien auszutricksen. Doch sein Spiel ist riskant und führt die drei außerdem weit in die Vergangenheit ihrer Familien...

Neben der Haupthandlung des Romans, die im Jahr 2005 angesiedelt ist, entführt der Autor seine Leser auch immer wieder in die Vergangenheit, angefangen bei den späten 60er Jahren in Laguna Beach, als der Marihuana-Handel bei Surfern und Hippies seinen Anfang nahm. Geschickt, oft überraschend und voller spannender Wendungen werden die beiden Erzählstränge miteinander verbunden und offenbaren nach und nach Zusammenhänge zwischen den beiden Generationen. Allerdings sollte sich ein zukünftiger Leser bewusst sein, dass "Kings of Cool" kein leichtes Lesevergnügen ist, denn Gewalt, Blut und Drogen prägen die spannende Handlung und hier wird weder gespart noch geschönt.

Der Schreibstil des Autors ist dabei in einem sehr positiven Sinn speziell. Kurze Sätze, von einer eher schmucklosen, lakonischen Sprache, dominieren das Bild und sorgen sowohl für ein hohes Tempo als auch für eine passende Atmosphäre mit einer Mischung aus "harter Kerl" und "easy living". Die Kapitel sind ebenfalls kurz und wechseln nicht nur manchmal in der Zeit, sondern auch im Stil von der erzählenden in die Dialogform. Trotz des eher nüchternen Stils schafft es Winslow den Leser mitzureißen, eine hohe Spannung aufzubauen und seinen rundum gelungenen, abwechslungsreichen Charakteren Leben einzuhauchen.

Zu letzt möchte ich auch noch auf die auffällige Gestaltung des Buches hinweisen. Es ist abgesehen von der hervorgehobenen, glänzend-weißen Schrift, die das Cover dominiert, von einem matten Schwarz, das sich gummiartig, aber samtig und sehr angenehm anfühlt. Auch der Seitenschnitt der gebundenen Ausgabe mit geradem Buchrücken ist schwarz gefärbt. Nicht nur der Inhalt dieses Romans ist damit der Inbegriff von harter Coolness, sondern auch das Äußere ist schon auf den ersten Blick richtig "cool".

Fazit: "Kings of Cool" ist ein sprachlich spezielles Buch mit einer spannenden, actionreichen Handlung, aber nichts für zarte Gemüter. Sicher nichts für jeden, daher empfehle ich erst einen Blick ins Buch (zum Beispiel in eine Online-Leseprobe), denn zumindest die sprachlichen Besonderheiten fallen dort sofort ins Auge. Aus meiner Sicht kann ich sagen, es lohnt sich. Mir hat es sehr gut gefallen, dafür 5 Sterne


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Allgemeine Informationen

Ausgabe: Gebunden, Sep. 2012
Seiten: 351
Verlag: Suhrkamp
englischer Originaltitel: "The Kings of Cool"
ISBN: 978-3518464007
Preis: € [D] 19.95

Weitere Informationen auf der Verlagshomepage zum Buch
 
 

Kommentare:

  1. So wie du das Buch beschrieben hast, klingt es wirklich gut und auch spannend. Halt mal was anderes. Danke für deine Rezension!

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  2. Ein toller blog, bin grade im blogzug mal bei dir aufgesprungen :) und WOW, da fahre ich jetzt weiter mit.
    Früher habe ich auch min. 10 Bücher wöchentlich verschlungen, und trauere dem Lesevergnügen heute noch nach. So ein bis zwei schaffe ich aber meist immer noch, manchmal mit schlechtem Gewissen, denn wenn es spannend wird, da bleibt schon mal etwas liegen.
    Da die Plötzlich Fee Bände in meiner Warteschleife zu Weihnachten kreisen, werde ich jetzt mal gespannt auf deine Rezensionen dazu warten.
    Vielen Dank, für dein "teilhabenlassen" an deinem Kopfkino, dem schönsten Teil des Lesens. Ich hasse Bücher, bei denen es nicht "anspringt" :), ansonsten bin ich wie du beim Genre gnadenlos ungebunden.
    Ganz liebe Grüße, Elke!

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