Freitag, 10. Februar 2012

Rezension zu "Von Wahrheit, Schönheit und Ziegenkäse" von Megan Frazer


 Noch einmal neu anfangen...

"Von Wahrheit, Schönheit und Ziegenkäse" von Megan Frazer ist ein erfrischendes Jugendbuch für Mädchen über den Mut zum Anderssein. Eine typische, aber herzerwärmend schön umgesetzte "Coming-of-age"-Geschichte...

Zum Inhalt: Dara Cohen ist 17 Jahre alt und übergewichtig. Als kleines Kind war sie schlank und wurde sogar zu "Little Miss Maine" gekürt, doch als sie dieses Thema für ein Autobiographieprojekt in der Schule nutzt und dabei den Schlankheitswahn der Gesellschaft kritisiert, sind alle entsetzt. Lehrer und Eltern befreien sie für eine Weile von der Schule. Sie soll eine Therapie machen. Dara kann das nicht nachvollziehen und beschließt daher ihre freie Zeit anders zu nutzen. Sie will ihre Schwester Rachel kennenlernen, die bereits vor ihrer Geburt von zu Hause abgehauen war und über die ihre Eltern nie reden. Sie macht sich auf ins beschauliche Örtchen Hollis, wo ihre Schwester auf einer Farm Ziegenkäse herstellt und lernt dort ein ganz anderes Leben und auch andere Seiten an sich selbst kennen....

Der Roman ist mir am Anfang durch das Cover aufgefallen. Die Ziege mit den rosa Krönchen finde ich einfach richtig witzig und sie nimmt dem Roman ebenso wie der Titel ein wenig von seiner Ernsthaftigkeit. Allerdings hätte mir die Gestaltung, denke ich, noch besser gefallen, wenn die Hintergrundfarbe etwas kräftiger gewesen wäre. So ist es etwas Ton-in-Ton.

Dara tritt als Ich-Erzählerin auf und entpuppt sich als sehr humorvoller, starker Charakter, wodurch die Sprache des Romans besonders durch eine ordentliche Portion Witz und Lockerheit punkten kann. Natürlich belastet Dara die Art mit der andere ihr aufgrund ihres Übergewichts begegnen, vor allem, weil gerade ihre Mutter oft wenig einfühlsam damit umgeht. Auf der Farm lernt Dara das es auch ganz anders geht. Sie wird akzeptiert, kann sich nützlich machen und findet schnell Freude an dem unkonventionellen Leben der Farmbewohner.

Ernsthafte und lustige Passagen wechseln sich ab und die Autorin erzählt mit viel Tiefe Daras charakterliche Entwicklung. Der Schreibstil ist dabei sehr locker und jugendlich authentisch, sodass ich die Geschichte flüssig lesen konnte. Auch die anderen Charaktere sind interessant und Glaubhaft umgesetzt und die Geschichte um Daras Schwester Rachel und ihr Verschwinden aus der Familie bringt sogar etwas Spannung in die Handlung.

Ein wenig enttäuscht war ich allerdings vom Ende, das mir ein bisschen zu sehr auf heile Welt gepolt war. Es war einfach ein leicht überkitscht und passte meiner Meinung nach nicht ganz zu der ansonsten sehr bodenständigen, glaubwürdigen Handlung. Vielleicht könnte man es "typisch amerikanisch" nennen, aber ich hätte persönlich ein etwas realitätsnäheres Ende mit ein paar Ecken und Kanten besser gefunden.

Dennoch ist das nur ein kleiner Kritikpunkt und daher mein Fazit: Schöner Roman mit einer sympathischer Protagonistin, die ihren Platz im Leben sucht und das mit Humor und Ernsthaftigkeit gleichermaßen tut. Schöne Geschichte, 4 von 5 Sternen.

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Kommentare:

  1. Das Buch ist ja schon nach deiner Vorstellung auf meine Wunschliste gelandet und rückt nun nach deiner Rezi ganz weit nach oben. Ich finde, dass es sich echt gut anhört und werde es auf jeden Fall auch lesen.

    LG
    Jai

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  2. Allein das Cover ist ein echter Hingucker, mäh! ;-)

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