Sonntag, 9. September 2012

Plauderei: Happy Ends

Gerade habe ich "Purpurmond" von Heike Eva Schmidt ausgelesen und das hat mich auf ein kleines Plauder-Thema für den heutigen Sonntag-Nachmittag gebracht: Das gute alte "Happy End"...


Manche können gar nicht ohne. Meine Mutter zum Beispiel. Für sie muss ein Buch oder auch ein Film einfach glücklich enden, sonst ist sie unzufrieden.

Auch ich freue mich meistens darüber, wenn sich für die Figuren, die man im Laufe der Zeit ins Herz geschlossen hat, ein schönes Ende finden lässt - aber eben nicht immer. Was mir nämlich viel wichtiger ist, ist, dass der Schluss zum Buch passt. Ich kann es nicht leiden, wenn das Ende arg konstruiert oder unerträglich kitschig wird, nur damit alle ganz furchtbar happy sein können. 

Und damit komme ich jetzt zu Büchern, die mich mit ihrem "Happy End" wirklich enttäuscht haben, weil vielleicht die Figuren ganz glücklich waren, ich mich aber beim Lesen unter starkem Fremdschämen und ausgeprägten Augenrollen durch die letzten Seiten gequält habe. 

"Purpurmond" war heute so ein Fall - wenn auch im Vergleich zu vielen anderen, ein recht harmloser. Ich mochte das Buch allerdings wirklich ganz gern, nur das letzte Kapitel hatte einen so starken Beigeschmack von Kitsch, der für mich einfach unnötig war. Das hat mich sofort an ein Buch erinnert, dessen Ende ich noch mehr verflucht habe: "Julia für immer". Wie bei "Purpurmond" gibt es auch da nach einem Ende, mit dem ich hätte leben können, auch wenn es vielleicht nicht zu hundert Prozent perfekt und "happy, happy, happy" war, noch ein weiteres Kapitel, das vor Kitsch und Heile-Welt-Feeling nur so triefte und für mich zusammen mit der restlichen Handlung der Geschichte einfach keinen wirklichen Sinn ergab.

Wobei, die Sache mit dem fehlenden Sinn bei einem überkitschten Happy End kann ja immer noch harmlos sein - im Vergleich zu Büchern, deren Ende gleich eine gesamte Reihe ad absurdum führt. Für mich ein grandioses Beispiel dafür: Der letzte Teil der "Biss"-Reihe. Drei Bücher lang lese ich, wie schlimm es ist ein Vampir zu sein und welche fürchterlichen Folgen das alles für Bella hätte...und dann wird in einem einzigen Teil alles so lange hin-und hergedreht, bis alle überglücklich sind und keine der prophezeiten, ach so schlimmen Folgen die heile Welt gefährden kann.

Und auch bei einer Reihe, die für mich nahezu perfekt ist, Harry Potter, hat mich das Ende enttäuscht und ich arbeite hart daran, das letzte Kapitel des letzten Bandes zu verdrängen. Allerdings nicht nur, weil es mir zu perfekt war, sondern auch, weil ich Ginny einfach nicht leiden kann, und ich mir die Illusion erhalten möchte, dass Harry Potter sie doch abblitzen lassen könnte *g*.

Wie ist es bei euch? Seit ihr Happy-End-Süchtige oder braucht ihr keins? Kennt ihr Bücher, bei denen ihr gerne auf ein zu kitschiges Happy End verzichtet hättet; wo euch das Ende vielleicht sogar ein schönes Buch ein wenig verdorben hat?


Kommentare:

  1. Also ich fand das letzte Kapitel bei dem dritten Teil von Tribute von Panem völlig überflüssig. Das Ende vorher war gut und passend.
    Dieses Pseudo-Ende, das zwar nicht unbedingt ein Happy End war, ist völlig unnötig gewesen und hat für mich nicht gepasst...

    Dafür fand ich das Ende bei Harry Potter eigentlich ziemlich gelungen... Allerdings mag ich Ginny auch ;)

    LG
    Hannah

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    1. Die Panem-Bücher habe ich leider immer noch nicht zu Ende gelesen. Da bin ich mal gespannt, wie das Ende wird

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    2. Na dann wird´s aber mal Zeit ;) Allerdings finde ich das erste Buch noch am besten...
      Aber lies es selbst und bild dir deine Meinung xD

      Ansonsten ist mir eigentlich egal ob es ein Happy-End gibt, oder nicht. Bei manchen Büchern wünsche ich mir ein Happy-End bei anderen nicht.

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  2. Bei Purpurmond fand ich des auch. Des Buch fand ich die ganze Zeit über eig echt toll. Vor allem hat mir auch gefallen, dass sie dann eben nicht mal ihre große Liebe kriegt und dann kommt so ein Ende. Ich hätte es besser gefunden, wenn das Ende weiter in der Zukunft gespielt hätte, und nicht 1 Tag nachdem sie die Zeitreise erlebt hat. Fand ich echt ein wenig enttäuschend.
    Beim Ende kann man aber echt viel falsch machen. Das Ende behält man als Leser ja auf jeden Fall im Kopf: Nach dem letzten Wort legt man das Buch erstmal zur Seite und denkt noch ne Minute über den Inhalt nach und wenn dann so ein weniger schönes Ende kommt, ist man natürlich ertmal dem ganzen Buch negativ eingestellt, auch wenn man vorher alles toll fand.

    Also allg muss ich sagen, dass ich (natürlich) Happy Ends bevorzuge, aber wenn dann mal ein paar Bücher von "Hunderten" kein HappyI End haben, finde ich das auch net weiter tragisch. Was ich aber am Ende eines Buches überhaupt nicht leiden kann, ist wenn das Ende offen ist und alles mögliche passieren kann. Ich hab des Buch gelesen, weil ich wissen will, was passiert und wie es ausgeht und nicht um mir selber irgendein Ende ausdenken muss.

    lg =)

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    1. Also ich mag ein offenes Ende sehr gerne. Es ist mir auch meistens viel lieber als das Rund-Um-Sorglos-Paket, bei dem der Autor schon den ganzen Rest des Lebens vorgibt (siehe eben Harry Potter oder Twilight). Natürlich sollte die Geschichte selbst so geschlossen sein, das sie Sinn ergibt, aber wie die Zukunft der Figuren nach der erzählten Geschichte aussieht, kann gern offen bleiben.
      Bücher beflügeln ja auch ein bisschen die Phantasie und ich finde von einem Buch bleibt viel mehr übrig, wenn man noch ein bisschen über die möglichen Wege, wie es weitergehen könnte, nachdenken kann.

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  3. Also ich bin auf jeden Fall der Happy End Typ ^^
    Aber natürlich muss, wie du schon gesagt hast, der Schluss auch irgendwo zur Geschichte passen.
    Bei "Harry Potter" gings mir wie dir, mir hätte es vollkommen gereicht, dass Harry Voldemord besiegt hat. Am Ende dann noch mal das tolle Trio einblenden und fertig! Das wäre Happy End genug gewesen, aber das einige Jahre später, hätte ich echt nicht gebraucht. Das schlimme war, im Film haben sie es auch noch umgesetzt, da lassen sie schon so viel weg, aber das muss mit rein ^^'

    Naja, was Ginny betrifft, ich find sie ok, aber mehr auch nicht...

    Liebe Grüße,
    Jenny

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    1. Ich sehe das Ende von HP vor allem als Versuch der Autorin auch ja keine Zweifel aufkommen zu lassen, dass die Reihe jetzt beendet ist. Schade ist nur, dass sie dadurch leider die Tür für jede Phantasie komplett verschließt. Es interessiert mich auch eigentlich gar nicht, was 19 Jahre später ist...

      Und stimmt, im Film war es leider auch drin...

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  4. Ich mag Happy Ends und Bad Ends eig. beides gleich gern, hauptsache es passt und ist nicht gestellt oder erzwungen. Wenn jedoch ein Ende mich so sehr berührt und erschüttert weil es gleichzeitig Happy und gleichzeitig so Bad ist wie das Ende der Panem Reihe , dann fürchte ich mich doch schon immer vor solchen gemischten Endungen, weil ich das Gefühlschaos was dann bei mir ausbricht einfach nicht ertrage :(
    Nachdem ich den dritten Hunger Games Teil um 2 Uhr morgens fertiggelesen hatte konnte ich die ganze Zeit nicht schlafen, ehrlich.
    Das Ende von Harry Potter dagegen war für mich sehr passend, daran hatte ich jetzt nicht wirklich etwas auszusetzten.

    Karo♥

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    1. Panem scheint echt interessant zu Enden, ich sollte die beiden fehlenden Teile echt mal langsam in Angriff nehmen...

      Ich bin halt kein Fan von völlig geschlossenen Enden, die auch gleich das ganze restliche Leben der Figuren einschließen. Dann ist das Buch halt auch wirklich zu Ende, wenn ich es zuschlage, während ich bei anderen Büchern in Gedanken noch oft zurückkehre und darüber nachdenke. Deswegen mag ich das Harry-Potter-Ende eben nicht besonders, vor allem, da die Reihe mich so lange begleitet hat...

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  5. Ich sehe es genauso wie du, das Ende muss zum Buch passen. Bei Harry Potter fand ich das letzte Kapitel aber gut, ich hätte es irgendwie doof gefunden, nicht zu wissen, wie es mit den Charakteren weiter geht.

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  6. Ich bin ein Fan von Happy Ends. Schlechte Geschichten schreibt das Leben schon genug, die dann auch nicht gut enden.
    Da möchte ich wenigstens in meinen Büchern ein schönes Happy End haben. Alles andere enttäuscht mich irgendwie immer totaaal...
    Aber total kitschig muss es natürlich nicht sein, aber so ein bisschen schadet nicht :D
    Ist aber natürlich auch wieder Geschmackssache.

    PS: Dieser Blick in die Zukunft bei Harry Potter war wirklich nicht sehr gut ;)

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  7. Ich schaue grad Once upon a time "Das verlorene Happy End" Und es passt total gut zu deinem Post =)
    xoxo
    Carlin

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  8. Ich glaube für mich kommt es auf das Gesamtbild an. zum Beispiel "Die Mechanik des Herzens" war so schön, dass mir das Ende nichts mehr ausmachte, es war ja kein Happy End. Aber natürlich freue ich mich immer, wenn es eins gibt :-)

    Liebe Grüße
    Kathi

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  9. Egal ob Happy End oder nicht ich finde beim Ende können Autoren wirklich viel falsch machen. Natürlich ist es schön wenn am Ende alles gut wird aber es sollte auch realistisch bleiben.
    Bei Mehrteilern finde ich es besonders schwierig. Als Leser erfährt man mehr über die Charaktere, fiebert länger mit, wartet auf die Fortsetzung und entwickelt einfach auch eine genauere Vorstellung vom Ende.
    Bei HP war ich mit dem Ende eigentlich ganz zu frieden. Das lag aber vielleicht auch daran, dass mich der letzte Teil nicht sonderlich beeindruckt hat. Ich wollte einfach nurnoch das die Geschichte endgültig zu Ende ist. Und mit dem Ende war sie es ja auch.

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