Montag, 13. Oktober 2014

Die Frankfurter Buchmesse: Freitag - mein erster Tag

Heute, am ersten Tag wieder zuhause nach der Frankfurter Buchmesse, starte ich meine Rückblicke auf die drei Messetage, die ich in diesem Jahr in Frankfurt verbracht habe. Freitag bin ich endlich auf der Frankfurter Buchmesse angekommen. Um 7 Uhr ging es für mich in Dortmund los, mit dem Auto rund 200 km nach Frankfurt. Ich hatte ein bisschen Sorgen wegen der Fahrt, da ich seit ungefähr einer Woche recht starke Rückenschmerzen beim Sitzen habe - wahrscheinlich der Ischias - und man beim Autofahren ja leider sitzen muss.
Es ging aber mit ein paar Vorbereitungen besser als gedacht und gegen 9.30 Uhr war ich dann im Parkhaus an der Messe. Geschafft...


Abgesehen von den Bloggertreffen habe ich keine festen Termine auf der Buchmesse. Da lange unklar war, ob ich überhaupt fahren kann, habe ich alles offen gelassen und genieße jetzt einfach die Messe, indem ich mir möglichst viele Veranstaltungen von denen ansehe, die mich interessieren. Alles kann man leider nicht sehen - die besten Sachen finden scheinbar immer zeitgleich statt...

"Widerstand, Verrat, Flucht: Die DDR im Jugendbuch"

Nach meiner Ankunft bin ich ein wenig durch die Gänge gebummelt, bis ich mir dann um 10.30 die erste Veranstaltung angeschaut habe. Es war eine gemeinsame Lesung mit Interview von den beiden Autorinnen Grit Poppe (l.) und Dorit Linke (r.). Beide sind in der DDR aufgewachsen und haben aktuell Jugendbücher auf dem Markt, die sich mit dem Leben jugendlicher Protagonisten in der DDR und dabei auch Themen wie Flucht, Widerstand und Verfolgung aufgreifen. 


Die kurze Veranstaltung von 30 Minuten war sehr gelungen. Als Zuhörer konnte sehen, dass beiden Autorinnen das Thema sehr am Herzen liegt - besonders Grit Poppe betonte, wie wichtig es ihr sei durch ihren Roman nicht nur Fakten sondern vor allem die emotionale Seite eines Lebens in der DDR zu vermitteln. 
Auch die vorgelesenen Abschnitte konnten mich neugierig machen - es scheinen mir Bücher zu sein, die durch ihre Thematik für viele Leser besonders wertvoll sein können. Beide Bücher, sowohl "Schuld" von Grit Poppe aus dem Dressler-Verlag als auch "Jenseits der blauen Grenze" von Dorit Linke aus dem Magellan-Verlag, werde ich definitiv auf meine Wunschliste setzen.

Randomhouse-Bloggertreffen "Blog'n'Talk"

Um 11 Uhr begann dann das Bloggertreffen bei Randomhouse. Da ich auf dem Weg zum großen Stand der Verlagsgruppe am Magellan-Stand vorbeikam und gerade Zeit für die Quietschewal-Schatzkiste war, habe ich mir direkt so ein kleines schwarzes Exemplar des Verlagsmaskottchens geschnappt. Damit hat sich mein Buchmesse-Besuch auch schon gelohnt: Ich habe einen Quietschewal...


Beim Bloggertreffen war mal wieder richtig viel los. Es war voll und warm, aber natürlich auch sehr unterhaltsam - so viele Blogger auf einen Haufen! Neben den Verlagsmitarbeitern waren auch wieder einige Autoren anwesend. Ich selbst habe nach Eric Berg (l.) und Marc Elsberg (r.) Ausschau gehalten, von denen ich "Das Nebelhaus" beziehungsweise "Zero" gelesen habe und mir gerne signieren lassen wollte. Ansonsten habe ich mich nett unterhalten und viele bekannte sowie auch einige noch unbekannte Gesichter gesehen. War wie immer schön mit euch allen, liebe Mitblogger!

Gastland-Ausstellung: Finnland

Nach dem Randomhouse-Treffen, gegen 12 Uhr, habe ich erstmal kurz Mittag gemacht (quasi im Gehen) und mir dann den Pavillon des Gastlandes, Finnland, angeschaut. Besonders spannend fand ich den in diesem Jahr leider nicht. Sehr kühl (was bei Finnland vermutlich beabsichtigt war), alles fand abgeschlossen in großen, weißen Kreisen statt. Als letztes Jahr Brasilien als Gastland die Ehre hatte, gab es dort für meinen Geschmack deutlich mehr zu sehen und eine viel angenehmere Atmosphäre. Nur der große Bücherkreis in der Mitte der Halle hat mir ganz gut gefallen.


Eigentlich hätte ich gerne noch eine kurze Lesung von Philip Teir zu "Winterkrieg" am späteren Nachmittag besucht, das habe ich zeitlich allerdings nicht geschafft.

Lesung: Gina Meyer liest aus "Alle Augen auf dich"

Um 13 Uhr bin ich dann wieder in die Ausstellungshallen gegangen und habe mich dafür entschieden, die Lesung von Gina Mayer zu besuchen, deren letzten Thriller "In guten wie in toten Tagen" ich gelesen habe. Die Lesung zu "Alle Augen auf dich" war leider recht kurz - ich hätte gerne noch einige Minuten länger zugehört. Anschließend habe ich mir eine Autogrammkarte signieren lassen. Außerdem lagen sehr süße Postkarten der aktuellen Neuerscheinungen von script5 aus. Die mussten auch mit.


Obwohl ich den Thriller ganz spannend fand, von dem ausgehend, was Gina Mayer erzählt und vorgelesen hat, habe ich mich weiterhin an meine selbst aufgestellte Regel gehalten: Ich schaue mir erst alles an und entscheide dann am Sonntag, wofür ich mein mitgebrachtes Bücherbudget ausgebe. Sonst hätte ich schon gestern so viel mitnehmen können, dass für die anderen Tage kaum was übrig bliebe...

Der Preisträger des Deutschen Buchpreises im Interview

Da ich es alljährlich sehr spannend finde, wer den Buchpreis erhält, habe ich es mir nach der Lesung nicht entgehen lassen, den Preisträger in einem Interview zu sehen. Lutz Seiler (m.) hatte seine Lektorin Doris Plöschberger (r.) vom Suhrkamp-Verlag dabei und berichtete unter anderem von seinem eigenen Werdegang in der DDR, erläuterte Bezüge zu seinem ausgezeichneten Roman "Kruso", erzählte von der Erfahrung als Lyriker nun seinen ersten Roman veröffentlicht zu haben und von der Zusammenarbeit mit seiner Lektorin.


Das Interview war angenehm locker und unterhaltsam geführt. Lutz Seiler zeigt schon in der freien Rede im Gespräch einen sehr sprachgewandten Eindruck, weswegen ich sein Buch nun auch auf meine Wunschliste gesetzt habe. Die Rezensionen sind zwar bisher durchwachsen, aber ich bin neugierig geworden...

Thrill & Kill

Um 15 Uhr fand im Lesezelt eine gemeinsame Veranstaltung von Eric Berg ("Das Küstengrab"), Marc Elsberg ("Zero") und Petra Hammesfahr ("An einem Tag im November") statt. Jeder las und erzählte jeweils ungefähr 20 Minuten, sodass die Stunde abwechslungsreich gefüllt war.


Die drei vorgestellten Krimis/Thriller waren schon von der Grundidee her jeweils sehr unterschiedlich, doch, nachdem ich "Zero" schon kenne, bin ich mir nun sicher, dass ich auch "Das Küstengrab" von Eric Berg, von dem ich schon den ersten Kriminalroman "Das Nebenhaus" kenne, lesen möchte und darüber hinaus wirklich dringend mal einen Titel von Petra Hammesfahr lesen muss - am besten vielleicht "An einem Tag im November" denn schon der Aufbau dieses Thrillers klingt sehr interessant.

Markus Heitz im Gespräch zu seinen Thriller "Exkarnation"

Die letzten drei Stunden hatte ich mehr oder weniger sitzend verbracht - zuletzt eine gute Stunde im Lesezelt -, was mein Rücken mir sehr übel nahm. Nach der "Thrill & Kill"-Veranstaltung hat wohl weder das Aufstehen elegant ausgesehen, noch war der Weg zurück in die Halle ganz humpelfrei. Da passte es ganz gut, dass das Interview mit Markus Heitz zu seinem Thriller "Exkarnation" am Droemer-Knaur-Stand direkt im Anschluss um 16 Uhr begann und ich daher gerade noch rechtzeitig für einen schönen Stehplatz kam.


Markus Heitz zeigte sich im folgenden Interview sehr locker und amüsant - die Veranstaltung hat wirklich Spaß gemacht. Unter anderem hatte ich mir beispielsweise noch die Gedanken darum gemacht, welche Tiere es noch analog zum Werwolf als Gestaltenwandler geben könnte. Heitz' allerdings schon und die Vorstellung vom Werblauwal, der sich bei Vollmond im Fahrstuhl eines Hochhauses verwandelt, werde ich wohl so schnell nicht vergessen.

Auf dem Weg zum Ausgang: Horst Lichter

Zur Signierstunde bin ich bei Markus Heitz' dann nicht mehr geblieben. Obwohl ich gerne gewollt hätte, aber das Buch durfte ich mir nach meiner eigenen Regel ja gestern ohnehin noch nicht kaufen. Mittlerweile war ich auch schon recht müde, also beschloss ich, noch ein wenig durch die Stände zu bummeln und mich auf dem Weg langsam dem Ausgang und der Fahrt ins Hotel zu nähern.
Beim Stand der Randomhouse-Gruppe (direkt vor dem Ausgang) entdeckte ich dann allerdings ein Plakat und die dazu passende Bühen, die Fernsehkoch Horst Lichter für 17.30 Uhr ankündigten. Da ich ihn im TV immer sehr witzig finde, habe ich mich noch einmal hingesetzt (ja Rücken, ich weiß, doofe Idee) und dann ging es auch schon los.

 

Horst Lichter ist natürlich immer für einen Lacher gut und das war er auch an diesem Abend. Seine Erzählungen waren wahnsinnig lustig, wirkten zudem sehr spontan - immer wieder schweifte er ab. Ein wirklich gelungener Abschluss für den ersten Abend, der dann noch sogar noch besser wurde: Der sympathische Fernsehkoch (mit dem ...ähm... gewagten Sakko) verschenkte einige Exemplare seines Buches "Hier bin ich Mensch" (und ich konnte eines ergattern) und der Verlag versüßte mir die Wartezeit beim Signieren, indem sie anfingen Getränke auszuschenken (ein Sektchen für mich).

Ende - Ab ins Hotel

Dann war die Messe auch zu Ende und für mich ging es ab ins Hotel. Ein schöner erster Messetag war vorüber - den konnte mir nicht einmal mein Rücken mehr verleiden, auch wenn er sich nach ein, zwei Stunden im Hotel endgültig zurück meldete und ich mich an Schreibtisch und Schrank entlanghangeln musste, um meine Wärmepflaster aus dem Kulturbeutel im Badezimmer zu holen. Anschließend habe ich geschlafen wie ein Stein und mich schon auf den nächsten Tag gefreut - was am Samstag los war, erfahrt ihr dann morgen...

Kommentare:

  1. Schöne Eindrücke hast du da zusammengefasst :))

    LG Lisa

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  2. Liebe Sarah

    Sicher hast du einige Bücher von der Buchmesse nach Hause geschleppt und sicher wartest du nur noch darauf, die ersten davon zu verschlingen und deinen SuB wieder ein wenig zu erleichtern.

    Hast du am Mittwochabend schon etwas vor?
    Ich starte nämlich um 18.00 Uhr mein zweites "Gemeinsames Lese-Miteinander" und ich würde mich sehr über deine Teilnahme freuen.

    Hier findest du den Link zu meinem Post, damit du dich genauer informieren und auch ein wenig Werbung machen kannst :-)
    http://samtpfotenmitkrallen.blogspot.ch/2014/10/2-gemutliches-lese-miteinander.html

    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend und vielleicht liest man sich ja am Mittwoch.
    Alles Liebe
    Livia

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  3. Sehr schöner bericht. Das Thrill & Kill wäre definitiv mein Geschmack gewesen. Mit dem Quietschwal hat sichs ja wirklich schon gelohnt :P

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  4. Das sind wirklich zwei schöne Messeberichte. Ich hab jetzt schon einige gelesen und bei denen ging es mehr oder weniger um die gleichen Besuche. Du warst bisher auch die einizige die vom Gastland Finnland und deren Stand berichtet hat. Fand ich total super. :)

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  5. Und noch ein schöner Bericht. Das Heitz-Interview war klasse, oder? Er ist halt einfach ein Profi! Besonders sympathisch fand ich übrigens den Literaturprofessor, der die Fragen gestellt hat. Du auch?

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    1. Ja, der war klasse. Besonders konnte Markus Heitz ja kaum glauben, wie sehr ein Literatur-Professor ihn lobte. Die beiden war schon ein tolles Gesprächsteam.

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