Montag, 30. Juli 2012

Off-Topic: Filmrezension zu "Snow White & The Huntsman"

Später kommt auch noch mindestens eine der noch ausstehenden Buchrezensionen, aber irgendwie habe ich heute mal Lust etwas über den Film zu schreiben, den ich am Samstag abend gesehen habe: 
"Snow White & The Huntsman"
eine Neuinterpretation des Grimm'schen Märchens "Schneewittchen" - und das ist ja immerhin ursprünglich ein Buch gewesen...

IM KINO

Mein Freund hat sich ein wenig geweigert, in einen Märchenfilm zu gehen, aber letztendlich habe ich ihn überzeugt bekommen. Wir waren nämlich nicht wirklich in einem Kino, sondern im Fußball-Stadion, wo während der Spielpause jeden Abend bei einsetzender Dunkelheit ein anderer Spielfilm gezeigt wird. Wir haben schon eine Woche vorher online gebucht. Da waren die allerbesten Plätze zwar auch schon längst weg, aber wir haben noch halbwegs anständige bekommen. Gezeigt werden die Filme vor dem Block 27 auf der Westtribüne, dem VIP-Block im Stadion. Da hat man auch nicht wirklich Beinfreiheit, aber wenigstens einen Ledersitz anstelle einer Plastikschale unterm Hintern. 


Eigentlich war das "Kino im Stadion" insgesamt auch wirklich gelungen, mit einer kleinen Ausnahme: Im Stadion war zeitgleich noch eine weitere Veranstaltung, hinter den Blockeingängen der Nordtribüne, die kaum das der Film anfing, ihre Ballermann-Partymusik noch einmal voll aufdrehten. Diese musikalische Untermalung passte teilweise nicht ganz zur düsteren Stimmung des Filmes. Nach ein paar Minuten - und ich denke nach Aufforderung - war es dann erst einmal ruhig, bevor bei einer anderen, so ziemlich der traurigsten Szene im Film "Samba de Janeiro" durchs Stadion schallte. Danach war die Musik dann aber endgültig aus...

DIE HANDLUNG

Die Handlung des Films fand ich eigentlich nicht schlecht. In leicht abgewandelter Form begann die Geschichte mit der üblichen Schneewittchen-Einleitung. Anschließend wird der Film mit dem Auftauchen der bösen Stiefmutter Ravenna, gespielt von Charlize Theron, sehr düster und hatte eine wirklich sehenswerte Atmosphäre. Leider wurde die Geschichte für mich im folgenden recht oberflächlich. Vieles passiert, aber ein schlüssiger Verlauf kam nicht zu Stande. Insbesondere Hintergrundinformationen fehlen völlig oder werden so stark reduziert präsentiert, dass ich mir dadurch kein Gesamtbild zusammenbasteln konnte. Das gilt vor allem für Ravennas Schicksal und Snow Whites Bestimmung. Da wird der Zuschauer vor vollendete Tatsachen gestellt und bekommt einfach keine stimmige Erklärung geliefert. Eher enttäuschend.
Das Ende hat mich dann leider auch nicht begeistern können. Die große Schlacht, die mir in der Werbung für den Film immer als großes Hauptelement erschien, war Kristin Stewart doch auch auf fast allen Plakaten in glänzender Rüstung zu sehen, ist in Wirklichkeit sehr kurz. Nach kurzer Spannung war dann auch schon alles vorbei.

DIE BILDER

Zwei Dinge tragen meiner Meinung nach diesen Film. Eines davon sind die Bilder und die Effekte, die zeigen, dass auch ohne 3D ein recht bildgewaltiges Kino nach wie vor möglich ist. Teilweise ist es sehr düster - gerade bei der ein oder anderen Kampfszene hätte etwas mehr Licht nicht geschadet. Aber die Effekte, dunkle Splitter als Krieger der Königin oder auch süße Waldwesen, Avatar-ähnliche Männchen in grau statt blau mit riesigen Augen, die auf super süßen Häschen reiten, haben mir richtig gut gefallen. 

DIE SCHAUSPIELER

Das zweite herausstechende Merkmal, das diesen Film trägt, ist die schauspielerische Leistung einer Darstellerin. Ich spreche natürlich von Charlize Theron, die die Rolle der bösen Königen wirklich außergewöhnlich gut spielt. Ihr nimmt man jede Emotion ab, jeden Wutausbruch, jede Trauer - das ist einfach eine Schauspielerin, die in ihrem makellosen Gesicht ein riesiges Repertoire an Ausdrücken abspulen kann und das auch in diesem Film wieder überzeugend tut. 
Vielleicht liegt es auch daran, dass neben einer wirklich so herausragenden Schauspielerin selbst eine mittelmäßige Kollegin schlecht aussehen würde, aber Kristen Stewart fand ich in diesem Film einfach nur fehlbesetzt. Sie hat helle Haut und dunkles Haar, was sie also im Prinzip für die Rolle der Snow White geeignet macht, aber ansonsten funkioniert ihre Schauspielerei einfach nicht. Ich dachte eigentlich, sie hätte nach den Twilight-Filmen ein wenig zugelegt, vor allem, wo sie jetzt eben neben deutlich erfahreneren Kollegen spielt, aber da kam einfach nichts. Es sind immer noch die gleichen zwei Gesichtsausdrücke (Augenbrauen zusammen gezogen, oder eben nicht), immer noch ist der Mund ständig offen und wenn man ergriffen sein soll, wird einfach nicht intensiver geschaut, sondern nur stärker geatmet. Die Körperhaltung ist immer noch eher steif und einfach immer gleich. Sie hat mich in der Rolle wirklich überhaupt nicht überzeugt. 

Bei den männlichen Darstellern macht sich Chris Hemsworth als Huntsman ganz gut, besonders in den Kampfszenen und bei den eher rebellischen, lockereren Szenen. Ansonsten sorgt er besonders für die Optik. Die sieben Zwerge waren ebenfalls ein kleines Highlight im Film, der für mich beste männliche Darsteller findet sich aber wie schon bei den Schauspielerinnen wieder auf der Seite der "Bösen", in Form von Finn, dem Bruder der bösen Königin, der von dem mir bisher unbekannten Sam Spruell gespielt wird.

FAZIT

Leider schwächer als ich erwartet hatte. Man kann sich "Snow White & The Huntsman" sicherlich anschauen, aber mehr als mittelmäßige Kinounterhaltung braucht man leider nicht zu erwarten.

Kommentare:

  1. Hallöchen! :)
    Ich war mit meiner kleinen Schwester in diesem Film. Ihr hat es ganz gut gefallen, also wenn man nicht so hohe Ansprüche hat, ist er ganz okay :D
    Mit Kristen Stewart war ich allerdings auch eher unzufrieden... Sie wirkte einfach genauso wie Bella, also gleiche Reaktionen und Mimik wie Gestik.
    Das Ende hatte mich aber auch nochmal aufgeregt. Es war ansich irgendwie so schnell vorbei. Erst spannend und dann...nichts.
    Im Großeen und Ganzen kann ich mich deiner Meinung also vollkommen anschließen ;)
    LG

    AntwortenLöschen
  2. Hi,
    also deine Beschreibung von Stewarts schauspielerischen Leistungen... sehr gelungen! Jetzt weiß, ich was mich an ihr immer gestört hat!
    Dank deiner Rezi, kann ich mir jetzt auf jeden Fall das Kinogeld sparen! :-)

    LG
    horrorbiene

    AntwortenLöschen
  3. Den Film wollte ich eig auch sehen aber Kristin Steward hat mich abgeschreckt :D
    Uhi... Memento will ich auch lesen... vielleicht :D

    AntwortenLöschen